Haftbefehl gegen 25-Jährigen wegen versuchten Mordes

Angriff auf Polizisten: Festgenommener Salafist kommt aus Sontra

Eschwege/Bonn. Der 25-jährige Türke, der am Samstag bei Ausschreitungen von Salafisten in Bonn auf drei Polizisten eingestochen hatte, stammt nach HNA-Informationen aus Sontra. Doch die Sicherheitsbehörden geben sich noch zugeknöpft.

Gegen den Mann, der Murat K. heißen soll, wurde Haftbefehl wegen dreifachen versuchten Polizistenmordes erlassen. Die Polizei in Eschwege bestätigte am Montag, dass der Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis kommt. Der 25-Jährige habe bei Vernehmungen die Tat gestanden, heißt es bei der Bonner Staatsanwaltschaft. Er habe aber nichts zu einer Zugehörigkeit zu den Salafisten erklärt.

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Der 25-Jährige besitzt die türkische Staatsbürgerschaft. Er sei wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung der Polizei bekannt, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender unserer Zeitung. Bei diesen Straftaten sei auch ein Messer zum Einsatz gekommen. Gegen den Mann sei daraufhin ein Waffenbesitzverbot erlassen worden. Bei der Kasseler Staatsanwaltschaft hieß es, gegen den Mann aus Sontra habe es in den vergangenen fünf Jahren kein Gerichtsverfahren gegeben. Was vor dieser Zeit gewesen sei, könne man öffentlich nicht sagen, da der Mann juristisch gesehen als Jugendlicher galt. Auch bei der Staatsanwaltschaft Bonn konnte man keine Einzelheiten nennen. Man warte noch auf Akten, hieß es.

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In den Vernehmungen soll Murat K. eine Tötungsabsicht bestritten haben. Er soll seine Tat damit begründet haben, die Polizei habe dafür gesorgt, dass die rechtsextreme Splittergruppe „Pro NRW“ öffentlich Mohammed-Karikaturen zeigen durfte. Das habe Muslime beleidigt.Der Täter stach in gebückter Haltung zu, offenbar um die Schutzkleidung der Polizisten zu umgehen. Eine 30-jährige Polizistin und ihr 35 Jahre alter Kollege wurden schwer verletzt. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen 29 Polizisten verletzt, es gab 109 Festnahmen. (tho)

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