Mindestlohn ist bislang kein Jobkiller im Kreis

8,50 brutto pro Stunde: Seit letztem Januar gibt es den gesetzlichen Mindestlohn. Foto: Agentur

Werra-Meißner. Unternehmen und Betriebe kritisieren laut IHK-Servicezentrum Werra-Meißner und Kreishandwerkerschaft nicht den Mindestlohn an sich, sondern den mit ihm gestiegenen bürokratischen Aufwand.

Der Mindestlohn ist im Werra-Meißner-Kreis bislang kein Jobkiller. „Wir haben in dieser Hinsicht keine Auswirkungen feststellen können“, sagt Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Kassel. Seit Januar 2015 gilt in Deutschland die gesetzliche, flächendeckende Lohnuntergrenze von 8,50 Euro brutto die Stunde.

Lediglich die umfangreichen Dokumentationspflichten seien ein Problem. „Die Kontrollmechanismen sind nach wie vor ein Hemmniss und belasten die Betriebe zusätzlich“, so Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Das sieht auch Thorsten Möller, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Werra-Meißner, so: „Das ist Irrsinn und Bürokratismus pur.“

Immerhin veranlasste das zuständige Bundesministerium im August 2015 eine Vereinfachung der Aufzeichnungspflichten. So entfallen diese zum Beispiel bei der Beschäftigung von engen Familienangehörigen. Unter der Einführung des Mindestlohns leiden nach Angaben der Arbeitsagentur vor allem Studenten. Sie hätten Probleme, Praktika zu finden, die sie im Rahmen ihres Studiums brauchen, so Sennhenn. Wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert, wird der Mindestlohn fällig.

Auch für Ali Tatli, Inhaber des Taxiunternehmens „Caglar Fulya“ in Witzenhausen war die Zeit nach der Einführung des Mindestlohns schwer. „Wir haben die Preise erhöht und viele Leute haben sich beschwert.“ Mittlerweile habe sich alles normalisiert. „Ich finde es richtig, dass wir den Mindestlohn haben. Jeder Mitarbeiter von uns verdient es, ihn zu bekommen. Das Geld steht ihnen eindeutig zu“, sagt Tatli.

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