Malu Dreyer zu Gast

Mindestlohn, Klimaschutz, Familienpolitik: Diskussionsrunde mit Ministerpräsidentin in Eschwege

Stimmten auf die Bundestagswahl am 26. September ein: Michael Roth und Malu Dreyer.
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Stimmten auf die Bundestagswahl am 26. September ein: Michael Roth und Malu Dreyer.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer war zur Diskussionsrunde in Eschwege zu Gast und sprach unter anderem über Mindestlohn, Klimaschutz und Familienpolitik. 

Eschwege – Auch wenn sich das Wetter nicht von seiner schönsten Seite präsentierte, hatte Malu Dreyer Gelegenheit, Eschwege von seiner schönsten Seite zu betrachten. Weil die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin ein bisschen zu früh in Eschwege aufgeschlagen war, machte sie einen kurzen Halt am Werraufer, auch Klein-Venedig genannt. Pünktlich mit fünf Minuten Verspätung erreichte sie das Eschweger E-Werk, wo sie Bundestagskandidat Michael Roth in seinem Wahlkampf unterstützte.

Mit Malu Dreyer lockte Roth die charismatischste Persönlichkeit der Sozialdemokraten nach Eschwege. Als „ungekrönte Königin der Sozialdemokratie“ kündigte Roth die Parteikollegin an. Im leichten Nieselregen punktete Dreyer bei den 120 – weitgehend sozialdemokratischen – Besuchern mit ihrer Authenzität.

Diese Glaubwürdigkeit hatte Dreyer gerade bei der Hochwasser-Katastrophe in ihrem Bundesland unter Beweis gestellt. Sie dankte auch allen hessischen Helfern (DRK, Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk aus Eschwege, Großalmerode oder Witzenhausen) für die Unterstützung beim Wiederaufbau. Man könne sich das Ausmaß der Katastrophe nicht vorstellen, die Solidarität in Deutschland sei aber „fantastisch“.

Roth entlockte der offenen Berufspolitikerin allerhand Privates, sprach mit ihr natürlich aber auch über Politisches. Im ersten Regierungsjahr wolle die SPD bei einem Wahlsieg den Mindestlohn von zwölf Euro durchsetzen. Außerdem solle beim Klimaschutz mehr Tempo gemacht werden. Für den ländlichen Raum versprach sie, einen „intelligenteren ÖPNV“ als bisher zu organisieren. Sie denkt an kleinere Busse, an Busse, die auf Abruf kommen, und in ferner Zukunft auch an autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr. Auch im ländlichen Raum solle man auf E-Mobilität setzen. Jetzt gebe es noch staatliche Förderung. „Jedes Unternehmen der Automobil-Industrie hat einen Tag X festgelegt, an dem es auf E-Mobilität umstellen wird.“ Für Familien versprach sie, mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen und einen „Ganztagsanspruch für Grundschulen“ umzusetzen.

Spitzen gegen die Grünen hatte Dreyer nicht übrig, gegen die CDU schon. Laschet oder Söder? „Keiner von beiden kann’s“. Kurz bevor sie ging, lobte sie Roth als engagierten Europäer, einen Kümmerer mit offenem Ohr, auf den Verlass sei. Sowohl Dreyer als auch Roth hatten, um dem Rechtsruck in Deutschland entgegenzuwirken, eine Bitte: „Wählen gehen. Egal welche Partei, Hauptsache eine demokratische.“

Von Tobias Stück

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