Mit dem Hubschrauber ins Klinikum

Corona-Patienten werden aus Südhessen nach Witzenhausen verlegt

Im Anflug auf den Festplatz in Witzenhausen: Der Intensiv-Hubschrauber der Johanniter kurz vor der Landung. Die Patienten wurden danach per Rettungswagen ins Klinikum gebracht.
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Im Anflug auf den Festplatz in Witzenhausen: Der Intensiv-Hubschrauber der Johanniter kurz vor der Landung. Die Patienten wurden danach per Rettungswagen ins Klinikum gebracht.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten steigt. Das führt dazu, dass in den Ballungszentren in ganz Deutschland die Intensivstationen an die Grenzen ihrer Kapazität gelangen. So auch in Südhessen. Daher werden mittlerweile Patienten, die intensivpflichtig sind, ins Klinikum Werra-Meißner nach Witzenhausen gebracht. Hier sind die Stationen des Werra-Meißner-Kreises für Menschen mit Coronavirus, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Werra-Meißner – Mit Stand von Dienstagvormittag werden in Witzenhausen vier Patienten, die nicht aus dem Landkreis stammen, auf der Intensivstation behandelt. Drei von ihnen wurden mit dem Hubschrauber gebracht, einer stammt aus einem Nachbar-Landkreis.

Kliniksprecher Florian Künemund erläutert in einer Pressemitteilung, wie die Patientenverlegung vonstattengeht. Demnach sind alle hessischen Kliniken miteinander vernetzt und kommunizieren täglich hinsichtlich der Kapazitäten und der möglichen Verlegung von Patienten. Das Geschehen in Nordhessen wird zentral vom Klinikum Kassel aus koordiniert. Zuletzt war nun häufig die Amtshilfe für die überfüllten Krankenhäuser im Süden Hessens notwendig.

Die Verlegung erfolgt in der Luft: Die Patienten wurden dazu kürzlich mit einem speziellen nachtflugtauglichen Intensiv-Hubschrauber der Johanniter mehr als 200 Kilometer weit nach Witzenhausen geflogen. „Davon gibt es nicht viele in Deutschland“, sagt Christoph Rolf Maier, Geschäftsführer des Klinikums Werra-Meißner, die Besonderheit dieses Vorgehens.

Die Landungen des Hubschraubers erfolgten laut der Mitteilung auf dem Festplatz der Kirschenstadt. Feuerwehr und THW unterstützten dabei, indem sie das Areal ausleuchteten. Mit dem Rettungswagen wurden die Patienten dann ins Krankenhaus gebracht.

„Momentan können wir das noch leisten, aber es ist durchaus möglich, dass wir in den nächsten Wochen auch wieder mehr Intensivpatienten aus dem Kreis mit Covid-Infektion versorgen müssen. Dann wären diese Verlegungen aus anderen Kliniken nur noch bedingt möglich“, erklärt Marco Lubitz, Chefarzt der Inneren Medizin in Witzenhausen. Denn: Rein theoretisch können auch Patienten aus dem Werra-Meißner-Kreis heraus verlegt werden.

In Witzenhausen stehen laut der Mitteilung acht Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung. Weitere sechs Betten von der Intermediate-Care (Überwachungsstation, Anm. d. Red.) könnten zudem zu Intensivbetten ohne Beatmung umgerüstet werden. Sollten diese voll sein, ist auch eine Verlegung von Patienten aus dem Kreis in andere Kliniken mit freien Kapazitäten denkbar.

Ursprünglich war ein Austausch in erster Linie mit Nachbarlandkreisen gedacht. Aufgrund der vollen Intensivstationen in Südhessen kam das nun aber anders. (nde)

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