Mit einem Kartenspiel sollen Solokünstler unterstützt werden

„Lampenfieber“ für die Kunst

Jetzt als Spielfigur: Der in Grebendorf lebende Schauspieler Lutz Jahr ist jetzt Teil eines Kartenspiels, mit dem Solokünstler unterstützt werden sollen und dass den Spielern Spaß bringt – und zwar live.
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Jetzt als Spielfigur: Der in Grebendorf lebende Schauspieler Lutz Jahr ist jetzt Teil eines Kartenspiels, mit dem Solokünstler unterstützt werden sollen und dass den Spielern Spaß bringt – und zwar live.

Grebendorf – Die Livekultur ist wieder gestartet – wenngleich die Anfangsgeschwindigkeit noch langsam ist. Beinah eineinhalb Jahre waren Künstler aus der Öffentlichkeit verbannt – doch deshalb längst nicht unkreativ. Um vor allem die Solokünstler wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, hat ein süddeutscher Spieleverlag das Kartenspiel „Lampenfieber“ entwickelt, bei dem derzeit 50 Künstler aus ganz Deutschland gemeinsam die Hauptrollen spielen – darunter der in Grebendorf lebende Schauspieler Lutz Jahr.

Im Frühjahr vorigen Jahres wollte er am Grebendorfer Anger sein kleines Weintheater eröffnen, kurz vorm Termin kam der erste Lockdown. Mit einigen kleinen Filmrollen und staatlicher Unterstützung für Solokünstler hat er die Zeit bisher überstanden.

Weil Lutz Jahr in Neuburg/ Donau, wo der Sitz des Spieleverlages Herold & Herold ist, seit 30 Jahren ein bekanntes Gesicht auf einem historischen Stadtfest ist, wurde er gefragt, ob er für das Projekt „Lampenfieber“ zur Verfügung steht.

Das Prinzip des Spieles ist einfach: Die Fotos von 50 Künstlern sind auf den 50 Spielkarten abgebildet. Auf weiteren 50 Karten sind jeweils eine Handvoll Kunstfertigkeiten benannt.

Ein Spieler sucht sich eine Karte aus, überwindet sein Lampenfieber und versucht in einer kurzen eigenen Aufführung den Künstler zu kopieren. Die anderen Spieler, die das Künstlersammelsurium vor Augen haben, dürfen raten. Wer richtig liegt, bekommt einen Punkt. „Es geht darum, dass man sich in die Rolle eines Künstlers begibt, ohne, dass man ihn kennt“, so sagt Florian Herold vom H2O-Verlag.

Nicht ganz so einfach wie der Spielablauf, ist das Unterstützungsprinzip für die Künstler dahinter. Gestern hat der Verlag ein Crowdfundig gestartet. Hier kann man einfach eine Summe X beisteuern, kann aber auch darüber konkret einzelne Künstler unterstützen. „Um das Kartenspiel zu drucken, brauchen wir für den Anfang 20 000 Euro“, sagt Florian Herold.

Das würde reichen, um zunächst jedem Künstler 80 Spiele zur Verfügung zu stellen. Das heißt, die Unterstützer besorgen das Spiel und können es dann an die Künstler verschenken. Die wiederum können es bei künftigen Auftritten beispielsweise verkaufen oder über die aufgedruckten QR-Quodes als Werbung nutzen. Die Crowdfundig-Aktion läuft bis Ende Juni unter startnext.com/lampenfieber.

Doch genauso entscheidend wie das Geld für den Druck ist die Bewerbung über soziale Netzwerke, persönliche und berufliche Kontakte. „Die Künstler können sich so gegenseitig bewerben und in Erinnerung bringen“, sagt Herold. „Ich habe so 49 neue Künstler kennengelernt“, sagt die Straßenkünstlerin Franca Winkler, die derzeit wieder als Lehrerin arbeitet, um Geld zu verdienen. Auch Lutz Jahr sagt: „Die Vernetzung ist interessant. Ich habe so neue Leute kennengelernt und alte Bekannte wiedergetroffen.“

(Stefanie Salzmann)

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