30 Jahre altes Auto

Löschfahrzeug in Weißenborn ist ein Oldtimer – Neues Auto lässt auf sich warten

Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn ist nun 30 Jahre alt: Die Regellaufzeit von 25 Jahren ist um fünf Jahre überschritten, ein neues Feuerwehrauto lässt aber noch auf sich warten.
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Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn ist nun 30 Jahre alt: Die Regellaufzeit von 25 Jahren ist um fünf Jahre überschritten, ein neues Feuerwehrauto lässt aber noch auf sich warten.

30 Jahre altes Feuerwehrauto, 30 Jahre alte Technik: Die Feuerwehrleute fahren nun mit H-Kennzeichen zum Einsatz. Ein neues Löschfahrzeug lässt in Weißenborn noch auf sich warten.

Weißenborn – Sie sind sofort zur Stelle, wenn es wortwörtlich brennt oder auch das Wasser bis zum Hals steht: Die freiwilligen Feuerwehrkräfte. Auf ihre Ausrüstung müssen sie sich dabei stets verlassen können. In der Gemeinde Weißenborn ist das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 der Freiwilligen Feuerwehr nun bereits seit 30 Jahren verlässlich im Einsatz – an Ruhestand ist für das Feuerwehrauto aber trotz des Überschreitens der Regelnutzungsdauer von 25 Jahren noch nicht zu denken, sagt Gemeindebrandinspektor Thomas Eisenträger.

„30 Jahre sind keine große Besonderheit für ein Feuerwehrfahrzeug. Aber hier werden noch Jahre ins Land gehen, bis eine Neuanschaffung möglich ist“, weiß Eisenträger. Denn es gilt einen langen Rattenschwanz an Hürden zu überwinden, bis eine Neuanschaffung überhaupt möglich ist: „Erst müssen wir einen geeigneten Stellplatz, der diverse Vorgaben einhalten muss, vorhalten können. Dann können wir beim Land die Fördermittel für das neue Fahrzeug beantragen“, erklärt Ann-Christin Hahn von der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn.

Deshalb wird zunächst ein größeres Gerätehaus gebraucht, denn das neue und größere Löschgruppenfahrzeug LF 10 würde nicht mehr in die alte und kleinere Halle passen – ein Problem, das schon seit mehreren Jahren bekannt ist. Dieses neue Gerätehaus muss aber zuerst noch gebaut werden, zwei mögliche Standorte für den Neubau werden derzeit noch geprüft, wie Rainer Janisch, Erster Beigeordneter (FWG) und Stellvertreter von Bürgermeister Thomas Mäurer, erklärt. Eine Aufgabe, die zwar Priorität habe, aber nicht einfach zu lösen sei. Laut Janisch sei jedoch in den kommenden Wochen mit einer Entscheidung für die Standorte zu rechnen. Ein Anbau an das vorhandene Gerätehaus sei nicht möglich.

Bevor der Bau starten kann, muss er aber noch im zuletzt mehrfach verschobenen Haushalt sowie im Investitionsplan von der Gemeindevertretung beschlossen werden. Und der Planungsaufwand wird nicht kleiner: Denn im Anschluss gilt es, Förderungen für den Bau zu generieren. „Ich gehe davon aus, dass es bis dahin noch drei bis vier Jahre dauern wird“, sagt Eisenträger. So oder so: Diese Investition ist unvermeidbar und sollte nicht weiter aufgeschoben werden.

25 Jahre ist die Regelnutzungsdauer, dann wird es langsam Zeit für ein neues Feuerwehrauto

In der Regel werden die Einsatzfahrzeuge nach einer Mindestlaufzeit von 25 Jahren in Rente geschickt“, weiß Ann-Christin Hahn. „Fünf Jahre sind wir schon über die Mindestnutzungsdauer hinaus.“ Das bedeute auch, dass das Risiko mit jedem Jahr steigt, den Menschen der Gemeinde nicht mehr adäquat helfen zu können, betont die Weißenbörner Feuerwehr. Altersbedingt könne man manche Schäden nicht immer voraussehen, im schlimmsten Fall startet der Wagen bei einem Einsatz, der stets unvorhergesehen kommt, nicht oder fällt währenddessen aus.

Ein Problem sei auch, dass die Hersteller nach drei Jahrzehnten kaum noch Ersatzteile herstellen, erklären Hahn und Eisenträger, die Fahrzeuge in Schuss zu halten werde zunehmend schwieriger. „Unser Fahrzeug wird noch ein paar Jahre älter werden. Bis dahin müssen wir es weiterhin gut pflegen. Wir hoffen, dass es die Zeit ohne größere Reparaturen übersteht“, sagt Hahn.

Nichtsdestotrotz: bisher konnten sich die Weißenbörner Feuerwehrleute stets auf ihr Löschgruppenfahrzeug 8/6 verlassen. Zu diesem Anlass kamen die Kameradinnen und Kameraden am Sonntag zusammen, um im kleinen Rahmen zu feiern, denn das Feuerwehrauto ist jetzt offiziell ein Oldtimer. Zu Einsätzen fahren sie künftig mit H-Kennzeichen. Dass das Fahrzeug noch so gut in Schuss ist, ist insbesondere der guten Pflege des Feuerwehrmanns und Kfz-Meisters Timo Gleim zu verdanken, sagen Hahn und Eisenträger.

Von Jessica Sippel

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