Kindgerechte Coronatests

Lollis: Kindgerechte Coronatests werden an Kitas des Werra-Meißner-Kreises ausgegeben

Übergabe: Matthias Röhl (links) und Timo Friedrich mit den Lollitests.
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Kindgerechte Lollitests wurden jetzt an die Kitas im Werra-Meißner-Kreis ausgegeben, testen müssen die Eltern aber zu Hause.

Reichensachsen – Kleinkinder kann man noch nicht impfen, ihr Schutz in der Pandemie aber sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Mit der Verteilung von sogenannten Lollitests in den Kindertagesstätten der Städte und Gemeinden des Kreises wird nun ein Schritt in diese Richtung getan. Unbedingte Voraussetzung bleibt die sorgfältige und besonnene Mitarbeit der Eltern.

„Wir kommen dem Wunsch der Elternschaft nach kindgerechten Tests nach“, sagt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich. Am Dienstagmorgen übergab er Matthias Röhl, Leiter der Kita „Wilde Wichtel“, die ersten Pakete voller Lollitests. Mit 119 Kindern ist die Reichensächser Kindertagesstätte eine der größten des Kreises.

„Für alle drei Wehretaler Kitas stehen vorerst 800 Lollitests zur Verfügung“, erklärt Timo Friedrich. Je nach Resonanz und Nachfrage der Eltern sei eine Nachbestellung bis ins Frühjahr hinein möglich. Klar müsse sein: Ohne die Mithilfe der Mütter und Väter gehe es nicht. „Die Mitarbeiter der Kindertagesstätten allein können die regelmäßige Testung jedes einzelnen Kindes nicht leisten“, bekräftigt Matthias Röhl. Zudem fehlten auch die räumlichen Gegebenheiten – eingerichtet werden müssten beispielsweise Testungs- und Warteräume; auch müsse es möglich sein, Kinder im Falle eines positiven Tests sofort zu separieren. „Und das ist schlicht unmöglich“, sagt Matthias Röhl.

So werden die Tests ab sofort von der Kindergartenleitung auf Nachfrage der Eltern ausgegeben. Getestet werden muss zu Hause. Dabei ist der Lollitest wesentlich angenehmer als ein Rachen- oder Nasenabstrich. Nachweisen soll auch er Coronaviren, die sich im Rachenraum befinden. Die Kinder lutschen dazu für etwa 30 bis 90 Sekunden auf einem Wattestäbchen – dem sogenannten Lolli. Die Speichelprobe kommt dann in ein Teströhrchen.

Unumstritten aber ist das Verfahren nicht. Vom Robert-Koch-Institut (RKI) etwa heißt es: „Die Selbstentnahme von Speichelproben ist derzeit für Antigen-Schnelltests für Kleinkinder nicht klinisch validiert.“ Speichel eigne sich laut RKI nicht für die Untersuchung im Antigentest, da er nur unzureichende Ergebnisse liefert. Auch bestehe die Gefahr, dass kleine Kinder den Speichelsammler beim Lutschen oder Beißen verschlucken könnten.

Organisiert hat die Beschaffungsaktion für die Kommunen des Landkreises die Stadt Hessisch Lichtenau. Bürgermeister Michael Heußner persönlich lieferte die Lollitests an jede einzelne Kommune aus. „Für die perfekte Organisation und den reibungslosen Ablauf gebührt ihm ein großes Lob“, sagt Timo Friedrich. Positiver Nebeneffekt: die Sammelbestellung, kreisweit 14 000 Lollitests, erbrachte einen geringeren Stückpreis von 2,20 Euro.

Von Emily Hartmann

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