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Müllsünder treiben ihr Unwesen in Reichensachsen

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Von: Emily Spanel

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Die Reste einer Party: Achtlos wurden die zerknüllten Verpackungen liegengelassen – trotz zweier Mülleimer in direkter Nähe. Den Dreck der Fremden räumten die engagierten Reichensächser Freiwilligen auf.
Die Reste einer Party: Achtlos wurden die zerknüllten Verpackungen liegengelassen – trotz zweier Mülleimer in direkter Nähe. Den Dreck der Fremden räumten die engagierten Reichensächser Freiwilligen auf. © Timo Friedrich

Unbekannte hinterlassen immer wieder Abfall und Dreck am Skatepark in Reichensachsen. Kontrollen sollen das illegale Treiben unterbinden.

Reichensachsen – Haufenweise Müll, achtlos weggeworfene Plastikverpackungen, Scherben und Fetzen, zertretene Dosen und leere Pfandflaschen – das sind die Hinterlassenschaften, wenn (so heißt es) Jugendliche im Unterstand des Skateparks im Wehretaler Ortsteil Reichensachsen „feiern“. Aufgeräumt wird nach solchen Zusammenkünften nicht – die Müllsünder verschwinden unerkannt, ihr Dreck bleibt.

Skatepark soll attraktiver Treffpunkt für Jugendliche sein

„Es ist einfach nur schade“, sagt Alfred Ingrisch ernüchtert. Der Reichensächser ist einer der Engagierten, der das Reichensächser Vorzeigeprojekt „Skatepark“ maßgeblich vorangetrieben hat. Mit Torsten Stützer als Ideengeber und Projektleiter haben Freiwillige, darunter die Jugend des Ortes, in diesem Jahr mehr als 700 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, um den Treffpunkt herzurichten. Den Jugendlichen im Ort sollte ein attraktiver, sauberer Platz gegeben werden, an dem sie sich treffen, verabreden und sich obendrein noch sportlich betätigen können. Rund 18.000 Euro wurden insgesamt investiert.

„Dieses großartige Engagement für den Skatepark wird durch solche Aktionen mit Füßen getreten“, sagt Alfred Ingrisch. Erst am Mittwochabend hat er die jüngsten Hinterlassenschaften der Müllsünder selbst zusammengefegt – Reichensächser Jugendliche hatten sich über eine Whatsapp-Gruppe zusammengefunden und ihn ohne zu Zögern bei den Aufräumarbeiten unterstützt.

Täter müssen auf frischer Tat ertappt werden

Wer für die Müllberge verantwortlich ist, ist indes noch völlig unklar. Fakt ist: Der Abfall wird stets nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Platz, der ruhig in der Nähe der Wehre und der Riedmühle gelegen ist, aufgefunden. Gerüchteweise reisen ortsfremde Jugendliche mit dem Zug nach Reichensachsen und nutzen den so liebevoll hergerichteten Unterstand für ihre fragwürdigen Partys.

„Spekulationen bringen uns nicht weiter“, mahnt Alfred Ingrisch. Denn erst, wenn die Verantwortlichen auf frischer Tat ertappt werden, könnten sie auch zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb soll rund um den Reichensächser Skatepark künftig verstärkt kontrolliert werden; auch das Einschalten und Hinzuziehen der Polizei sei eine denkbare Variante. „Es gibt immer wieder Leute, die fremdes Eigentum, die viele Mühe und das Engagement anderer nicht zu schätzen wissen“, sagt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich. Auch die Gemeinde Wehretal hatte sich in der Vergangenheit gern für die Errichtung der Anlage eingesetzt.

(Emily Hartmann)

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