WAS WAR DA DENN LOS?

Sven-Krug-Quartett begeistert am E-Werk seine Fans, muss Konzert aber abbrechen

Walzer und Tango-Klänge: Das Sven-Krug-Jazzquartett aus Kassel begeisterte beim 75-Minuten-Konzert auf der Hofbühne des E-Werkes.
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Walzer und Tango-Klänge: Das Sven-Krug-Jazzquartett aus Kassel begeisterte beim 75-Minuten-Konzert auf der Hofbühne des E-Werkes.

Das hatten sich der Jazzclub Eschwege und die 70 Fans, die am Samstag das Sven-Krug-Quartett auf der Hofbühne des E-Werkes hören wollten, anders vorgestellt.

Eschwege – Schon nach 75 Minuten verabschiedete sich das Kasseler Jazz-Quartett, gab den dankbaren Zuhörern aber noch eine Zugabe. Was war da denn los?

Punkt 16 Uhr begrüßte Jazzclub-Vorsitzender Gerhard Marquardt die Gäste und entschuldigte sich gleich: „Habe keine gute Nachricht. Die Band, die im Rahmen der Flairlängerung nach uns hier auf der Hofbühne spielen sollte, wurde vom Veranstalter kurzfristig nebenan in den Tanzkreis verlegt, wo sie schon ab 17 Uhr spielen wird.

Das hat Auswirkungen auf dieses Konzert. Wir wurden nur ganz kurzfristig informiert. So geht man in Eschwege mit dem Jazzclub um!“ Wegen der Umstände verzichtete der Jazzclub sogar kurzfristig auf den Eintritt. Punkt 17 Uhr begannen bei der Flairlängerung dann auch die Bässe zu dröhnen, der Jazz-Band zuzuhören war kein Vergnügen mehr.

Die aber hatte vorher für 75 vergnügliche Minuten gesorgt, die aus zehn Sven-Krug-Eigenkompositionen bestanden, die durch ihr eigenes Profil bestachen. Sven Krug schöpft in seinen Kompositionen aus dem großen Fundus des Modern-Jazz, nutzt aber die musikalischen Möglichkeiten auf seine Weise. Er verarbeitet sie in den Eigenkompositionen, die seine Band mit der Pianistin Ursel Schlicht, dem Saxophonisten Werner Kiefer, dem Drummer Bene Schuba und ihm selbst am Bass interpretiert. Dabei hatten alle vier ausreichend Gelegenheit, ihre Auffassung von dieser Musik in Solos oder „Zwiegesprächen“ zweier Instrumente ihren Gästen hörbar zu machen.

An guten und originellen Ideen, wem er seine Kompositionen widmet oder welchem Thema zuordnet, mangelt es Sven Krug nicht.

Wer in dieser Zeit nur zufällig an der Hofbühne vorbei kam, wird erstaunt die jazzigen Klänge des „Gentle-Walz für Zielinsky“ gehört haben. Auch vom eigenen Publikum begeistert beklatscht, genau wie den „Blue-Tango“, der einige jüngere Zuhörer fast zum Tanzen animierte. Aber auch dem Underground-Poeten Charles Bukowski war ein Blues, dem Literaturpreisträger Samuel Beckett der Titel „Der Traum“ gewidmet.

Im Blues „Black Tea without Schoklad“ glänzte Pianistin Ursel Schlicht, im älteren Titel „No carget für luky dancers“ gefiel ihr Zusammenspiel mit Drummer Bene Schuba. Mit „Dip and grip“, einem Titel ihrer ersten CD, bedankte sich die Band für den herzlichen Beifall, versprach, trotz dieser Umstände doch wieder nach Eschwege zu kommen.  (sf)

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