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Mutter-Kind-Heim aus Polen spendet an Eschweger Tafel

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Von: Tobias Stück

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Rotarier übergeben die Spenden aus Polen: (von links) Michael Kreißler, Joanna Wegner, Uwe Ellringmann, Hans Liese, Margot Furchert (beide Tafel), Stephan von Eschwege, Bettina Maschke und Joachim Kaiser.
Rotarier übergeben die Spenden aus Polen: (von links) Michael Kreißler, Joanna Wegner, Uwe Ellringmann, Hans Liese, Margot Furchert (beide Tafel), Stephan von Eschwege, Bettina Maschke und Joachim Kaiser. © Tobias Stück

Heimbewohner aus Polen lassen der Eschweger Tafel Lebensmittel zukommen. Das Mutter-Kind-Heim in Polen wird seit Jahren vom Rotary Club Eschwege unterstützt.

Eschwege – Sie haben selbst sehr wenig, wollen aber gerne etwas zurückgeben. Das Mutter-Kind-Heim in Breslau, das seit mehr als 25 Jahren vom Rotary Club Eschwege finanziell unterstützt wird, hat der Eschweger Tafel jetzt mehrere Pakete mit regionalen Spezialitäten zukommen lassen, die unter der Kunden der Tafel verteilt werden sollen. „Wir wollten endlich mal etwas zurückgeben“, schrieb die Heimleitung in dem Brief an die rotarischen Freunde aus Eschwege.

Verbindung besteht bereits seit 33 Jahren

Die Verbindung zwischen Eschwege und der drittgrößten Stadt in Polen besteht mittlerweile seit 33 Jahren. Bereits im Jahr des Mauerfalls knüpfte der Rotary Club (RC) Eschwege erste Kontakte nach Polen mit dem Ziel, das belastete Verhältnis zu unseren östlichen Nachbarn zu verbessern und gleichzeitig die damals akute Not zu lindern. Der Großonkel des damaligen Präsidenten Achim Kaiser arbeitete dort als Pfarrer. Über die Medizinerin Prof. Lewandowska, Mutter der Eschweger Zahnärztin und heutigen Clubmitglieds in Eschwege, Joanna Wegner, bekamen die Eschweger wertvolle praktische Hinweise – bis zur Auswahl der Hilfsbedürftigen. Noch in der Vorweihnachtszeit 1989 füllten die Rotarier daraufhin 50 Kartons mit Lebensmitteln und transportierten sie mit Lkw und Begleitfahrzeug in die schlesische Hauptstadt.

Heime in Polen kümmern sich um Obdachlose und ledige Mütter mit KIndern

Die Bedürfnisse änderten sich, die Hilfe aus Nordhessen hatte weiter Bestand. Seit 1995 unterstützt der RC Eschwege die Heime „Betlejem“ und „Bruder Albert“, die sich um Obdachlose oder auch ledige Mütter mit Kindern kümmern. Die Hilfe verlagerte sich damit mehr auf Sachspenden, wie Babynahrung, Spielzeug und Bekleidung. Mit der Besserung der Versorgungslage in Polen wurde inzwischen ganz auf Geldspenden umgestellt. Insbesondere Lebensmittel werden heute von den Geldspenden für die Heimbewohner besorgt.

Rotaryer besuchen Heime jedes Jahr

Auch die Besuche in Polen werden fortgesetzt. In jedem Frühjahr besucht eine Delegation das Bruder-Albert-Heim in Breslau. Ende Juni waren Joanna Wegner, Achim Kaiser, Claus Hartmann, Bettina Maschke, Stephan von Eschwege und Michael Kreißler zuletzt vor Ort. „Die Situation ist dieses Jahr wieder katastrophal“, beschreibt Michael Kreißler die Eindrücke. 53 Frauen und sechs Kinder im Alter von drei Monaten bis zwölf Jahren leben hier auf engstem Raum. Darunter sind inzwischen auch zwölf ukrainische Frauen mit ihren Kindern, für die es zu diesem Zeitpunkt keine staatliche Unterstützung gab. Über die Jahre sind herzliche Freundschaften zwischen Polen und Deutschen entstanden. Joanna Wegner übernimmt die Rolle der Dolmetscherin.

Der schönste Lohn ihrer Bemühungen? „Eine dankbare Heimleitung und besonders dankbare Kinderaugen“, beschreibt Kreißler die Begegnungen vor Ort. „Wir sind Ihnen dankbar für Ihren Willen, den eigenen Besitz mit sehr Bedürftigen zu teilen“, schreibt die Heimleitung. Mit ihren Paketen wolle die Heimleitung einen symbolischen Gruß an die Bedürftigen in Eschwege senden und Danke sagen. Hans Liese und Margot Furchert aus dem Tafel-Vorstand bedankten sich herzlich für die unverhoffte Spende. (Tobias Stück)

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