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Nach elf Jahren kehrte sie zurück in den Landkreis

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Von: Julia Henniges

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Fühlt sich wohl in ihrem Haus in Reichensachsen: Carmen Janicijevic lebte bis 2012 in Frankfurt, dann zog es sie nach Reichensachsen.
Fühlt sich wohl in ihrem Haus in Reichensachsen: Carmen Janicijevic lebte bis 2012 in Frankfurt, dann zog es sie nach Reichensachsen. © Julia Stüber

Viele junge Menschen zieht es in die größeren Städte. Einige bleiben dort ein Leben lang. Andere kehren nach vielen Jahren wieder zurück in ihre Heimat – den Werra-MeißnerKreis. Was hat sie dazu bewogen?

Reichensachsen – Carmen Janicijevic fühlt sich heimisch im Landkreis. Denn in Bischhausen hat sie ihre Jugend verbracht. Trotzdem zog es sie nach der Ausbildung zur Industriekauffrau in die große Stadt. „Ich habe deutschlandweit Bewerbungen geschrieben und habe mich letztlich für einen Job in Frankfurt entschieden“, sagt die 41-Jährige.

Und dort blieb sie elf Jahre. „Die Stadt war für mich sehr spannend und aufregend.“ In Frankfurt lernte sie ihren Mann kennen, das Paar heiratete und bekam zwei Kinder. Doch dann erlebte die Familie einen Schicksalsschlag – Carmen Janicijevics Mann starb.

Im Jahr 2012 zog es die junge Frau, ihre Kinder und den neuen Partner schließlich wieder zurück in den Landkreis. „Hier sind die Immobilienpreise im Vergleich zu Frankfurt deutlich besser. Und auch meine Kinder können auf dem Land freier und unbeschwerter aufwachsen“, sagt Janicijevic.

Der Platz, die Natur in der Nähe und die Ruhe sind Vorteile, die die 41-Jährige in Reichensachsen sehr schätzt. „Ich mache mir auch keine Sorgen, wenn meine älteren Kinder abends noch unterwegs sind. Wenn ich wüsste, dass sie auf der Frankfurter Zeil sind, wäre das etwas anderes.“

Dennoch ist für Carmen Janicijevic klar: Wenn ihre Kinder groß sind, will sie das Haus in Reichensachsen verkaufen und wieder in eine Stadt ziehen. Auch wenn sie den Kreis als Heimat ansieht, ist er für die 41-Jährige eher eine Zwischenstation. „Man muss sich die Orte heraussuchen, die gut zur eigenen Lebenssituation passen. Und für mich und meine Kinder ist das Landleben gut. Später möchte ich aber wieder etwas Neues erleben.“

Denn die 41-Jährige vermisst auch das aufregende Großstadtleben. Mal spontan ins Theater gehen, Ausflüge machen, ohne dafür ins Auto steigen zu müssen, andere Eindrücke sammeln – das schätzt Janicijevic besonders an einem Leben in der Stadt. „Auf dem Land muss man fast immer das Auto nutzen. Zum Beispiel dann, wenn ich meine Kinder zu ihren Freizeitaktivitäten fahre“, sagt Carmen Janicijevic. Auch zur Arbeit pendelt die 41-Jährige nach Göttingen. „Aber darauf muss man sich eben einlassen, wenn man auf das Land zieht.“

Und jetzt, hier mit ihren Kindern, ist das Leben in Reichensachsen genau das richtige. Es fühlt sich nach Heimat an: „Ich verbinde mit dem Kreis viele Erinnerungen“, sagt sie. Aber: Heimat kann eben auch an verschiedenen Ort entstehen. (Von Julia Stüber)

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