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Nach schwerem Gewitter: Wie Sie sich vor Überspannungsschäden schützen können

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Von: Konstantin Mennecke

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Nur so gibt es wirklich Sicherheit: Der beste Überspannungsschutz bei Gewitter ist, elektrische Verbraucher wie Fernseher und Co. vom Stromnetz zu trennen.
Nur so gibt es wirklich Sicherheit: Der beste Überspannungsschutz bei Gewitter ist, elektrische Verbraucher wie Fernseher und Co. vom Stromnetz zu trennen. © Sina Schuldt/dpa

Gleich mehrfach haben Blitze in den vergangenen Tagen Gebäude im Werra-Meißner-Kreis beschädigt. Bundesweit zahlen die Versicherungen mehr denn je für Blitz- und Überspannungsschäden – die Anzahl der Einzelschäden ist aber seit 2014 rückläufig, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Werra-Meißner – In der Nacht zu Montag waren Blitze in den Dachstuhl eines Hauses in Bad Sooden-Allendorf sowie in den Schornstein eines Gebäudes in Quentel eingeschlagen. Während sich in Quentel der Schaden lediglich auf den Schornstein beschränkt, fing in Bad Sooden-Allendorf ein Wohnhaus Feuer. Die Schadenshöhe ist noch unklar.

Warum der Blitz ausgerechnet in das tiefstliegende Gebäude in der Straße Unter der Landwehr einschlug, ist aktuell unklar. „Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass der Blitz nicht, wie meist angenommen, nur im höchsten Objekt einschlägt. Der Ort des Blitzeinschlages ist von der Ladungsverteilung in der Gewitterwolke und dem Verlauf der Feldlinien zwischen der Wolke und der Erdoberfläche abhängig“, teilt Landkreissprecherin Sylvia Weinert auf Anfrage mit. „Dort, wo die Feldstärke am höchsten ist, ist meist auch die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlages am höchsten. Trotz allem bleibt es ein zufälliges Ereignis und der tatsächliche Ort des Blitzeinschlages lässt sich nie genau vorhersagen“, heißt es aus dem Stab Gefahrenabwehr.

Blitzeinschläge für Menschen, Tiere und elektrische Geräte gefährlich

Grundsätzlich bestehe laut Kreisverwaltung bei einem Blitzeinschlag eine Gefahr aufgrund der hohen elektrischen Ströme und Spannungen. Dies ist sowohl für Menschen und Tiere, als auch für elektrische Geräte gefährlich. „Überspannungsschäden können häufig an Elektrogeräten nach Blitzeinschlägen beobachtet werden. Durch die Wucht des Einschlages können zudem Teile des Daches umhergeschleudert werden und stellen eine weitere Sekundärgefahr dar. Wie im vorliegenden Fall können durch Blitzeinschläge auch Brände ausgelöst werden“, so Weinert.

Das eigene Haus schützen könne man durch ein ganzheitliches Konzept einer Fachfirma. Mittels des „äußeren Blitzschutzes“ kann der Blitz durch eine Fangeinrichtung, häufig Blitzableiter genannt, ins Erdreich abgeleitet werden. „Die Aufgabe des inneren Blitzschutzes ist es, die Elektrogeräte im Haushalt zu schützen. Hierzu werden verschiedene Überspannungsableiter in die Elektroverteilung integriert. Überspannungen können auch bei vom eigenen Gebäude entfernten Blitzeinschlägen entstehen“, teilt die Landkreis-Pressestelle mit. „Eine einfache Maßnahme zum Schutz sensibler Geräte ist das Ziehen des Steckers beim Aufziehen eines Gewitters. Ein reines Ausschalten des Gerätes bringt keine Sicherheit“, betont Silvia Weinert.

Die Schadenshöhe war 2020 so hoch wie nie zuvor, obwohl die Zahl der Blitzschäden den niedrigsten Stand seit Beginn der GDV-Aufzeichnungen 1998 erreicht hat. Dies liege an der umfangreicheren und teuren technischen Ausstattung.

Versicherung zahlt Schäden

Nach einem Blitzeinschlag ist es wichtig, zu prüfen, ob ein Feuer ausgebrochen ist und bei Rauch oder Brandgeruch die Feuerwehr über den Notruf 112 zu rufen. Die Schäden nach einem Blitzeinschlag werden laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) von der Wohngebäudeversicherung übernommen. Übernommen werden Schäden am Dach, Mauerwerk sowie Überspannungsschäden an fest eingebauten elektrischen Installationen. Dazu gehören unter anderem Heizungssteuerungen. Ebenfalls übernommen werden laut GDV die Kosten für Aufräumarbeiten und die Sicherung des Grundstücks. Die Hausratversicherung ist für die Schadensregulierung an sogenanntem beweglichen Eigentum in der Wohnung oder im Haus verantwortlich. Hierzu zählen Computer, Fernseher und andere technische Geräte. Diese Schäden sind aber nicht immer automatisch durch die vorhandene Hausratversicherung gedeckt. Hier ist ein Gespräch mit der eigenen Versicherung hilfreich, um die gedeckten Schäden abzuklären.

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