Nachfolger gesucht

Jungunternehmer sind rar, den Betrieben im Werra-Meißner-Kreis fehlt der Nachwuchs

Ausbildung im Handwerk: Ein angehender Maurer verwendet bei der Arbeit auf der Baustelle eine Wasserwaage und ein Lasermessgerät. Symbol
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Die Ausbildung im Handwerk wird seltener.

Bei der Nachfolge kleiner Handwerksbetriebe finden die Unternehmensinhaber immer seltener Nachfolger in der eigenen Familie.

Werra-Meißner – Bei der Nachfolge kleiner Handwerksbetriebe finden die Unternehmensinhaber immer seltener Nachfolger in der eigenen Familie. Diese Erfahrung haben sowohl die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) als auch Innungsmeister gemacht. „Nach 20 Jahren bei der WFG habe ich das Gefühl, dass die Kinder immer öfter andere Pläne haben“, sagt Peter Döring, der Unternehmen bei der Nachfolgersuche unterstützt. Aus circa 5000 aktiven Betrieben aller Branchen aus dem Kreis geht Döring von rund zehn Prozent aus, die aktuell einen Nachfolger suchen. An die WFG richten sich aber vor allem die Betriebe, die Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche haben. „Am besten sollten sich die Unternehmer spätestens zehn Jahre vor dem Ruhestand Gedanken um eine Nachfolge machen“, sagt Döring.

Peter Döring von der Wirtschaftsförderung Werra-Meißner

Nachfolge oft vertagt

Einige schöben das Thema jedoch bis zur Rente vor sich her. „Bei vielen Betrieben wäre es besser gewesen, die Inhaber wären früher zu uns gekommen.“ Nicht immer könne ein Nachfolger, trotz deutschlandweiter Suche, gefunden werden. „Das passiert nicht selten“, sagt Döring.

Abschreckend sei für die jüngere Generation der Arbeitsaufwand als Betriebsinhaber, sagt Dominik Benning. Der Unternehmer und Elektroinnungs-Obermeister erklärt: „Wenn eigene Kinder sehen, dass die Eltern die Arbeit mit nach Hause nehmen und wenig Zeit für Urlaub haben, wollen sie das nicht genauso machen.“ Hinzu komme Wochenendarbeit und wenig freie Tage.

Ein Grund für die schleppende Nachfolgersuche sei außerdem der Mangel an Auszubildenden im Handwerk. „Es wurde jahrelang nicht ausgebildet, jetzt kommt die Kelle“, so Benning. Das bringe manche Inhaber dazu, noch weit über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. „Manche machen weiter bis 70, weil sie keinen Nachfolger finden.“

Weil er die Nachfolge-Not seiner Innungskollegen kennt, hat Benning, mit nur 42 Jahren, das Thema Nachfolge in seinem Unternehmen schon angesprochen. Er hofft, seinen Betrieb an einen Mitarbeiter abgeben zu können. Kim Hornickel

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