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Nachruf: Katja Eggert hat für die Sache gekämpft

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Von: Konstantin Mennecke

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Katja Eggert: Sie hat sich für Frauen und Soziales in und um Witzenhausen starkgemacht.
Katja Eggert: Sie hat sich für Frauen und Soziales in und um Witzenhausen starkgemacht. © Valerie Schaub

Witzenhausen – „Wissen Sie, wir machen das einfach!“ Ein Zitat aus der Zusammenarbeit mit Witzenhausens Gleichstellungsbeauftragter Katja Eggert, das sie wohl kaum treffender beschreiben könnte.

Am Freitag, 8. April, ist diese weit über die Stadt hinaus bekannte Persönlichkeit nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren gestorben.

Mit dem Tod von Katja Eggert verliert die Stadt Witzenhausen einen Menschen, der sich mit großer Klarheit, viel Herzblut und einer gehörigen Portion Idealismus der ihr übertragenen Aufgaben hochengagiert angenommen hat. Nach ihrem Germanistik- und Politikstudium war Eggert 29 Jahre bei der Stadtverwaltung beschäftigt und hat in diesen knapp drei Jahrzehnten viel Pionier(innen)arbeit leisten müssen. Gleichstellungsarbeit – in den meisten Bereichen unserer Gesellschaft nach wie vor von kaum zu überschätzender Bedeutung – war nicht nur Anfang der 90er Jahre mit viel Gegenwind, herben Sprüchen und alles andere als großer Akzeptanz und Wertschätzung verbunden. Katja Eggert musste lernen, für ihre Sache zu kämpfen und sich durchzusetzen. Und dies gelang ihr auf eindrückliche Weise und wurde von unzähligen Frauen und Männern, mit denen sie in ihrer Laufbahn zusammenarbeitete, sehr geschätzt. Aus der anfangs halben Stelle, damals noch als Frauenbeauftragte, wurde eine ganze Stelle als Beauftragte für Gleichstellung und Integration. Erst vor Kurzem hat sie die Leitung des neuen Fachdienstes Soziales und Jugend der Stadt Witzenhausen übernommen.

Viele Aufgaben also, die sie anpackte: Unter Kollegen galt Katja Eggert als Motivatorin. Und sie war Netzwerkerin. Zahlreiche Projekte konnte sie gemeinsam mit anderen verwirklichen. Witzenhausen 2030, das Lokale Bündnis für Familie, Helfen statt hamstern – die Liste der Aktionen, an denen Katja Eggert oft federführend mitgewirkt hat, ist lang. Nicht nur wegen ihres umfangreichen Engagements reißt ihr Tod ein Loch in die Stadtverwaltung Witzenhausen, sondern auch menschlich. Mit ihrem vehementen Einsatz für ein soziales Miteinander, zukunftsgewandte Politik und Gleichberechtigung ist sie in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Gesicht der Stadt geworden.

Katja Eggert hat denjenigen Menschen eine Stimme gegeben, die mit ihren vielfältigen Problemen in der Gesellschaft schlicht untergegangen wären. Dabei hat sie auch unbequeme Wahrheiten nie ausgespart und faule Ausreden nicht gelten lassen. In ihrem Engagement war sie Vorbild für andere und – nicht zuletzt durch ihr herzliches Lachen – mitreißend.

Von Konstantin Mennecke

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