Schneechaos auf der A 4

Nächtlicher Einsatz auf der Autobahn bei Herleshausen für DRK und THW

Noch am Dienstagvormittag war das Technische Hilfswerk unter der Leitung von Zugführer Michael Kuß-Schönzart (
+
Noch am Dienstagvormittag war das Technische Hilfswerk unter der Leitung von Zugführer Michael Kuß-Schönzart (

Wo sonst Autos über die Straße brettern und Lkw ihre Kilometer schrubben, herrschte beinahe 24 Stunden kompletter Stillstand: Der ausdauernde Schneefall sorgte auf der Autobahn bei Herleshausen für Chaos und rief nicht nur die Autobahnpolizei und die Feuerwehr Herleshausen, sondern auch das Technische Hilfswerk Eschwege und die Ortsverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Herleshausen, Waldkappel, Eschwege und Reichensachsen auf den Plan.

Herleshausen - Ab Montagmorgen gab es auf der Strecke zwischen Eisenach und Bad Hersfeld kein vor und zurück mehr, bestätigt Mario Mißler, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen. Die Wehr selbst hatte ebenfalls Probleme mit ihren Einsatzfahrzeugen zum Unfallort zu gelangen (wir berichteten).

Doch ein Ende des Staus war am Montag längst nicht in Sicht und in der Nacht zum Dienstag schrillte der Alarm bei den Mitgliedern des THW und des DRK. „Wir sind seit Mitternacht im Einsatz“, berichtet Michael Kuß-Schönzart, Zugführer des THW Eschwege am Dienstagvormittag. Zahlreiche Lkw haben die zehn Einsatzkräfte in der Zeit aus dem Schnee gebuddelt und mit den drei Fahrzeugen aus dem eisigen Griff befreit. Das größte Problem ist aber nicht der Schnee, so Kuß-Schönzart. Viel herausfordernder sei die Verständigung gewesen. Außerdem hätten viele Fahrer auch nicht gewusst, wo der Anschlagpunkt ihres Lkws ist, so der Zugführer. Um die Abschleppöse an der richtigen Stelle befestigen zu können, sei in vielen Fällen das Internet zurate gezogen worden. „Bei jedem Modell ist das anders.“

Ebenfalls alarmiert wurde das DRK. Der erste Alarm erreichte den Otsverband Herleshausen, dann wurde nachalarmiert und mit den Mitgliedern aus Eschwege, Waldkappel und Reichensachen waren 20 Personen im Einsatz, berichtet der Kreisbereitschaftsleiter Karsten Lentschig. In den Räumen des DRK waren bereits heißer Tee und Kaffee in Kannen vorbereitet, als die anderen Ortsverbände eintrafen.

Schwierig wurde es dann am Einsatzort. Denn die Helfer kamen mit ihren Fahrzeugen und in Begleitung der Autobahnpolizei nicht weiter als bis zu den Auf- und Abfahrten in Wommen und Herleshausen. Also wurde die Verpflegung ausgepackt, erzählt Lentschig, und die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes machten sich zu Fuß auf den Weg. „140 Leute haben wir versorgt.“ Überwiegend seien das Lkw-Fahrer gewesen. Auch ein Hilferuf erreichte das DRK. Eine Familie mit einem acht Monate altem Baby wählte den Notruf. „Die steckten seit 14 Stunden im Stau“, so der Kreisbereitschaftsleiter. „Die Familie auf der Strecke zu finden, das war schwierig.“ Während Mutter und Baby dann schließlich in den warmen Stützpunkt nach Herleshausen gebracht werden konnten, sei der Vater beim Auto geblieben.

Gegen zehn Uhr, nach einer kleinen Stärkung nach der nächtlichen Schicht, war der Einsatz der Mitglieder der DRK-Ortsverbände vorbei.

Dann konnten auch Helga Gogler, Ortsvereinsvorsitzende in Herleshausen, und ihre Stellvertreterin Katrin Buchenau die Tür abschließen. Die beiden hatten in der Nacht die Verpflegung für die auf der Autobahn Gestrandeten sowie die DRK-Kollegen vorbereitet. „Das Verpflegungsteam ist immer als erstes da und geht erst zum Schluss“, sagt Gogler. Beide lobten das gute Teamwork der Ortsverbände. Sie sind sich sicher: „Alleine wäre das nicht machbar gewesen.“

Am Ende waren auch die Einsatzleiter zufrieden. „Wir hatten noch keinen Autobahneinsatz“, so Lentschig. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben zu dieser nachtschlafenden Zeit ortsübergreifend 20 Leute zusammenbekommen.“ Auch Kuß-Schönzart lobte den Einsatz seines Teams und die gute Zusammenarbeit.

Von Hanna Maiterth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.