Frau-Holle-Land-Naturpark erhält 61.000 Euro

Naturparks wollen mehr Geld vom Land Hessen - Zuschuss seit zehn Jahren nicht erhöht

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Ein Wegweiser nahe der Viehhaushütte im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. Das Foto entstand 2017.

Werra-Meißner – Hessens Naturparks fehlt es an Personal und Geld. So geht es auch dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. 

Insbesondere das Land halte sich bei der Finanzierung zurück, sagt Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Habichtswald. Das müsse sich ändern. Daher unterstützt er ein Positionspapier aller zwölf hessischen Naturparks. Auch der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land beteiligt sich daran.

Im Mittelpunkt steht neben der Forderung nach einer steigenden Finanzierung durch das Land Hessen auch die nach zusätzlichen Mitarbeitern für die Geschäftsstellen. Nötig sei auch Geld für die Beteiligung an besonderen Veranstaltungen wie dem Hessentag. Zudem wird verlangt, dass Stellenpläne und Personalfragen ausschließlich in die Verantwortung der Naturparks gelegt werden.

Seit zehn Jahren zahlt Hessen dem Naturpark Frau-Holle-Land einen Zuschuss in Höhe von jährlich 61.000 Euro. Das entspricht einem Anteil von neun Prozent am Gesamtetat von 673.000 Euro (2017). Hinzu kommt eine halbe Förderstelle, die das Land übernimmt.

Gemessen an den zunehmenden Aufgaben, die das Land den Naturparks überträgt, gebe es da eine Schieflage, sagt Jürgen Depenbrock. Schlimmer wiege noch „die ausufernde Bürokratie“, beklagt Marco Lenarduzzi, der Geschäftsführer des Naturparks Frau-Holle-Land. Denn an der Verteilung der Zuschüsse seien ein Regierungspräsidium und zwei Ministerien beteiligt. 

Zudem müssten die Naturparks ihre modern geführten Haushalte noch in früher übliche Buchführung umrechnen, damit die Behörden überhaupt prüfen könnten. So werde auch bei den Naturparks „durch die Bürokratie wertvolle Zeit und damit Geld verschwendet“.

Naturparks bilden 47 Prozent der hessischen Landesfläche

Die ersten Naturparks in Hessen wurden vor über 60 Jahren gegründet. Der jüngste, der Naturpark Reinhardswald, entstand im Jahr 2017. Die zwölf Naturparks bilden 47 Prozent der Landesfläche ab. Vor dem Hintergrund von Herausforderungen in den Bereichen Klimawandel, Artensterben und nachhaltiges Wirtschaften übernehmen sie eine Vielzahl staatlicher Aufgaben, wie es im Bundesnaturschutzgesetz vorgesehen ist. 

Sie schützen natürliche Lebensräume und Kulturlandschaften, sie fördern Biodiversität. Große Bedeutung hat die Umweltbildung mit Exkursionen für Einheimische und Touristen, zunehmend wichtig wird auch die Unterhaltung der Infrastruktur für einen nachhaltigen Tourismus (Wander- und Radwege). Naturparks sehen sich zudem in der Rolle von Impulsgebern für die Regionalentwicklung.

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