Urte Bötel hält an Projekt fest

Naturwaldfriedhof bei Altenburschla ist noch nicht abgeschrieben

Will Innovationen im ländlichen Raum stärken: Urte Bötel möchte einen nachhaltigen Naturwaldfriedhof bei Altenburschla errichten und somit eine zusätzliche Bestattungsmöglichkeit bieten.
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Will Innovationen im ländlichen Raum stärken: Urte Bötel möchte einen nachhaltigen Naturwaldfriedhof bei Altenburschla errichten und somit eine zusätzliche Bestattungsmöglichkeit bieten.

Das Projekt eines Naturwaldfriedhofs lässt die gebürtige Altenburschlaerin Urte Bötel nicht los. Diesen möchte die Unternehmerin nahe ihrer Heimat errichten.

Altenburschla - Mit einem überarbeiteten Konzept will die Altenburschlaerin nun überzeugen. Das detailliertere Konzept liegt derzeit beim hessischen Städte- und Gemeindebund zur Prüfung vor.

„Freiheit und Individualität sollten auch im Tod gelten. Die Strukturen haben sich gewandelt. Der Trend geht von der Grabpflege zur Naturnähe“, sagt Bötel bei einem Infogespräch, bei dem auch politische Vertreter dabei waren: Wiebke Knell, stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, und der FDP-Kreisvorsitzende Max Grotepaß ebenso wie Philipp Victor Russell, Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. „Wegen der Coronapandemie musste die Teilnehmerzahl des Termins reduziert werden“, bedauert Bötel.

Der Waldfriedhof soll auf einer etwa 1,5 Hektar großen Waldfläche bei Altenburschla im Lehntal entstehen, die sich am Wanderweg P 12 und im Besitz von Bötel befindet. Die Fläche sei bereits als geeignet befunden worden, eine geologische Prüfung habe dies bestätigt, sagt die Diplom-Agraringenieurin. Es gibt etwa 400 Bäume à zwölf Beisetzungsplätze.

Neben der Urnenbestattung soll es auch einen Anschluss an die digitale Welt geben. Die Organisation von der Kontaktaufnahme bis zur Abwicklung soll transparent und digital sein. Mit einer Wipfelkamera sollen Angehörige auch aus der Ferne Anteil nehmen können. Am Waldfriedhof soll es an die Umgebung angepasste Andachtsstelle geben. Involviert werden können für Trauerfeiern auch Gastronomen vor Ort ebenso wie die Kirche.

Der Betreiber des Waldfriedhofes soll ein eingetragener und gemeinnütziger Verein sein, der die Organisation und den Betrieb des Waldfriedhofes gewährleisten soll und Aufgaben im Dorf sowie beim Denkmalschutz übernimmt.

Möglich sei dies, weil Gewinne dem Verein bleiben würden, die auch im Sinne des Allgemeinwohls vor Ort investiert werden können. Zudem will Urte Bötel für ihr Projekt die Verantwortung übernehmen: „Ich bürge und hafte dafür. Ich möchte es finanziell absichern“, betont die 51-Jährige. Auch sei das Projekt auf lange Sicht abgesichert, da auch ihre 20 und 22 Jahre alten Kinder Ea-Theresa und Frei Bötel mit im Boot sitzen.

Das Projekt Naturwaldfriedhof kann Urte Bötel jedoch nur mit einem entsprechenden Träger umsetzen. In Frage kommen würde die Stadt Wanfried, ein kirchlicher Träger oder eine andere Glaubensgemeinschaft, erklärt sie. „Wir sind offen für eine Zusammenarbeit und möchten niemanden ausschließen.“ Anregungen und Kritik seien willkommen, das Projekt sei weder konfessionell noch politisch gebunden.

Vor rund zwei Jahren wurde das Thema bereits in die Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung gebracht, fand dort jedoch keine Mehrheit – insbesondere aufgrund der vorhandenen Friedhöfe, der Verpflichtungen und dem Verwaltungsaufwand, den eine Trägerschaft mit sich bringen würde. Aus diesen Gründen entschied sich auch die Kirche dagegen. Auf erneute Nachfrage unserer Zeitung wurde seitens der evangelischen Kirche Wanfried und dem Kirchenvorstand betont, man lehne das Konzept eines Waldfriedhofes als solches nicht ab, sondern könne den mit einer Trägerschaft einhergehenden Aufwand personell nicht stemmen. Die Altenburschlaer Pfarrerin Sabrina Wascholowski sagte aber auch, dass das Thema in der kommenden Kirchenvorstandssitzung noch einmal besprochen werden soll. Der Wanfrieder Magistrat wolle indes die rechtliche Prüfung des Konzepts vom Hessischen Städte und Gemeindebundes abwarten. (Jessica Sippel)

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