1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Netra könnte Ringgaus neuer Gewerbestandort werden

Erstellt:

Von: Stefanie Salzmann

Kommentare

Hier könnte ein größeres Gewerbegebiet entstehen: Die Flächen westlich von Netra auf beiden Seiten der Bundesstraße könnten als Gewerbestandort entwickelt werden - links im Bild Netra und rechts Röhrda.
Hier könnte ein größeres Gewerbegebiet entstehen: Die Flächen westlich von Netra auf beiden Seiten der Bundesstraße könnten als Gewerbestandort entwickelt werden - links im Bild Netra und rechts Röhrda. © Stefanie Salzmann

Die praktisch einzige Möglichkeit, ihre Finanzen langfristig zu konsolidieren, sieht die Gemeinde Ringgau in der Entwicklung eines oder mehrerer Gewerbegebiete. Dabei sind jetzt Flächen westlich von Netra in den Fokus gerückt.

Netra - „Wir haben ein strukturelles Finanzproblem in der Gemeinde. Kosten können wir kaum noch reduzieren, deshalb müssen wir Einnahmen erhöhen“, so Bürgermeister Mario Hartmann.

Erste Ideen und Optionen zur Entwicklung von Gewerbeflächen, die die Kommune vermarkten könnte, stellte am Donnerstag der Bauleitplaner Christoph Henke der Gemeindevertretung vor. Bei der Untersuchung infrage kommender Standorte berücksichtige der Planer zum einen den 2009 beschlossenen Regionalplan Nordhessen. In dem ist Ringgau als Grundzentrum mit dem zentralen Ort Netra vorgesehen, wo auch die Siedlungsentwicklung stattfinden soll. Bei der Suche nach geeignet großen Flächen um die zehn Hektar spielten vier Faktoren eine Rolle: die Nähe zur Autobahn, eine konfliktfreie Erschließung, gute Vermarktungschancen und Genehmigungsfähigkeit durch ausreichend Abstand zu verschiedensten Schutzgebieten.

Dabei kristallisiere sich eine Fläche westlich von Netra und südlich der Bundesstraße heraus, wo etwa knapp acht Hektar Fläche für Gewerbeansiedlung infrage kämen. Das Gebiet ließe sich bei Bedarf und Nachfrage um weitere zehn Hektar nördlich der Bundesstraße erweitern. „Die Lage ist für die Vermarktung ganz entscheidend“, sagte Henke. Denn besonders im Ringgau sei schon die Topgrafie mit vielen engen Täler und steilen Hanglagen schwierig. Hinzu kommen noch diverse Schutzgebiete, die berücksichtigt werden müssen.

Weitere von Henke untersuchte Standorte sind ein Gebiet zwischen dem Kreisel Wichmannshausen und Datterode, das aber an ein FFH-Gebiet grenzt und zudem eine starke Hanglage aufweist, sowie eine Fläche östlich von Netra. Hier ist aber die Bodenqualität so gut, dass das Gebiet weiter landwirtschaftlich genutzt werden soll.

Wie Dr. Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderung des Kreises, die ebenfalls in die Planung involviert ist, sagte: „Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ab fünf Hektar ist groß.“ Im gesamten Landkreis gebe es kaum noch verfügbare Flächen. „Die Chancen, Gewerbegebiete zwischen sieben und zehn Hektar zu vermarkten, sind sehr gut.“

Zugleich wies Kleeberg darauf hin, dass es voraussichtlich und in erster Linie logistikintensive Firmen sein werden, die sich in der Gemeinde Ringgau ansiedeln wollen. „Sie werden mehr Verkehr haben. Das muss man in Kauf nehmen.“ Die Fläche bei Netra sei die einzige im Ringgau, die noch zu entwickeln wäre. (Stefanie Salzmann)

Auch interessant

Kommentare