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Am 12. Juni ist in Neu-Eichenberg Bürgermeister-Wahl

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Von: Wiebke Huck

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Beim Lesertreff in Hebenshausen: Redaktionsleiter Konstantin Mennecke (von links), Kandidatin Alexandra von Bischoffshausen, Kandidat Marcus Stolle und Redakteurin Nicole Demmer. Alle
Beim Lesertreff in Hebenshausen: Redaktionsleiter Konstantin Mennecke (von links), Kandidatin Alexandra von Bischoffshausen, Kandidat Marcus Stolle und Redakteurin Nicole Demmer. © Per Schröter

Beim HNA-Lesertreff am Mittwoch (1. Juni 2022) in Neu-Eichenberg standen die Kandidierenden für das Bürgermeisteramt, Alexandra Freiin von Bischoffshausen (MfNEB) und Marcus Stolle (SPD), Frage und Antwort.

Neu-Eichenberg – „Der Bahnhof muss saniert werden“ – nicht erst 2027. Darin sind sich die Bürgermeisterkandidaten Alexandra Freiin von Bischoffshausen (Miteinander für Neu-Eichenberg) und Marcus Stolle (SPD) einig. Bei welchen Themen sie noch einer Meinung sind und wo die Vorstellungen auseinandergehen, wurde beim HNA-Lesertreff am Mittwochabend auf dem Sportplatz in Hebenshausen deutlich.

Mehr als 200 Zuschauer waren gekommen, moderiert wurde die Veranstaltung von Konstantin Mennecke, Redaktionsleiter der Witzenhäuser Allgemeinen, und Redakteurin Nicole Demmer. Sieben Themenkomplexe standen dabei im Mittelpunkt:

Sondergebiet Logistik

„Das Gebiet ist tot“, sagt dazu Kandidat Marcus Stolle. Nun gehe es darum, einen drohenden finanziellen Schaden von Neu-Eichenberg abzuwenden oder ihn wenigstens so gering wie möglich zu halten. Wie es weitergeht, darüber solle die Gemeinde mitentscheiden. Wichtig sei, einen Schlussstrich zu ziehen und nach vorne zu schauen.

Alexandra von Bischoffshausen will Gespräche mit dem Land führen, diese seien wichtig, um einen Weg aus der Verschuldung hinaus zu finden. Danach kommt für sie die Frage: „Wo will Neu-Eichenberg hin?“ Um das herauszufinden, könne sie sich eine Zukunftswerkstatt vorstellen, in der die Bürger gemeinsam Ideen ausarbeitet und ein eigenes Profil für Neu-Eichenberg finden.

Feuerwehr

„Die Freiwilligen Feuerwehren sind wichtig, immer und überall, aber vor allem auf dem Land“, sagt Alexandra von Bischoffshausen. Man müsse die Jugend mitnehmen und sie für die aktive Wehr gewinnen. Außerdem könne sie sich vorstellen, dass Menschen, die in Neu-Eichenberg arbeiten und in anderen Feuerwehren aktiv sind, auch in Neu-Eichenberg mitwirken. Bezüglich des neuen Feuerwehrgerätehauses habe sie bereits mit den Freiwilligen Feuerwehren in Rosdorf und Friedland gesprochen, um Ideen zu sammeln. Sie könne sich auch ein Konzept der Anmietung vorstellen.

Marcus Stolle weiß: „Ohne die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Die Unterhaltung der Feuerwehr ist eine kommunale Pflichtaufgabe, darum müssen wir als Gemeinde Geld in die Hand nehmen und investieren.“ Er wünsche sich vom Land Hessen größere Unterstützung für die Kommunen, um diese Pflichtaufgabe zu erfüllen.

Umweltschutz

„Wir müssen am Thema Artenschutz arbeiten und einen Maßnahmenkatalog entwickeln“, so die Idee von Marcus Stolle. Er plädiert dafür, einen Klimabeirat zu gründen und alles, was künftig in der Gemeinde entschieden wird, auch auf die Kriterien Umwelt- und Klimaschutz zu prüfen.

Im Bereich des öffentlichen Lebens müsse ein Umdenken stattfinden, so Alexandra von Bischoffshausen. Auch die Frage, wie von landwirtschaftlicher Seite mehr für den Klimaschutz getan werden kann, stelle sich. „Ohne Insekten können wir unser Obst und Gemüse vergessen“, sagt die Kandidatin, für die mehr Klimaschutz ein wichtiges Ziel ist: „Neu-Eichenberg möchte Klimakommune werden.“

Politik und Finanzen

Beide Kandidaten wollen Neu-Eichenberg weiter stärken. Marcus Stolle hofft darauf, im Bereich der erneuerbaren Energien „den einen oder anderen Euro für Neu-Eichenberg generieren zu können, der dann in die Gemeinde fließen wird“. Darüber hinaus bringe Zuzug laut Stolle mehr Einkommenssteuer, darum will er den Ort für Familien attraktiv gestalten. Über seine politischen Ziele sagt Stolle, er wolle künftig mit Gemeindevertretern auf Augenhöhe arbeiten und interfraktionelle Gespräche führen.

Alexandra von Bischoffshausen sagt: „Finanziell haben wir nur wenig Spielraum – die Einkommens- und die Gewerbesteuer sind wichtige Positionen, an denen wir festhalten müssen.“ Auch sie hofft auf stabilen Zuzug in die Gemeinde. „Neu-Eichenberg hat so viel zu bieten.“ Sie wünscht sich, dass alle ein Stückchen weiter zusammenrücken und Ideen bündeln, um so gemeinsam effektiver Entscheidungen für die Gemeinde und mit der Gemeinde treffen zu können.

Bahnhof

„Auf die Tube drücken und nerven“, heißt das Motto von Alexandra von Bischoffshausen, wenn es um den Bahnhof geht. Möglichst schnell will sie sich darum kümmern, dass Schienen für Fahrräder und Kinderwagen angebracht werden. Marcus Stolle will schnellstmöglich Gespräche mit der Bahn führen.

Verkehrsberuhigung

Anträge auf Geschwindigkeitsmessungen an der B 27 seien bereits gestellt, sagt Alexandra von Bischoffshausen. Da es sich um eine Bundesstraße handele, hätte die Gemeinde nur begrenzt Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. „Das Gewerbegebiet Nördliche Meierbreite bietet eine Chance, mit dem Anschluss an die Bundesstraße auch eine Verkehrsberuhigung zu bekommen.

„Der Verkehr muss fließen – so lange diese Denkweise nicht geändert wird, wird es schwierig“, sagt Marcus Stolle. Die Möglichkeit eines Blitzers an der Ortsdurchfahrt Hebenshausen werde bereits geprüft.

Vereine

„Vereine sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, darum habe ich vor, in den Austausch zu gehen mit den Neu-Eichenberger Vereinen, um zu erfahren, wo der Schuh drückt“, sagt Marcus Stolle.

„Die Vereine in Neu-Eichenberg und die vielen Ehrenamtlichen tragen dazu bei, dass eine Gemeinschaft entsteht“, so Alexandra von Bischoffshausen. Allerdings würde oft der Nachwuchs fehlen. Mit einer Plattform für Kommunikation will sie den Vereinen dabei helfen, sich besser zu vernetzen. (Wiebke Huck)

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