Mit Leib und Seele

Daniel Exner aus Hermannrode ist Hessens bester Polier

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Verantwortung: Nach seiner Fortbildung zum Polier hat Straßenbauer Daniel Exner (rechts, hier mit seinem Kollegen Jens Hartwig) jetzt das Sagen auf der Baustelle.

Hermannrode. Daniel Exner ist Straßenbauer mit Leib und Seele. Der 29-Jährige ist Hessens bester Polier. 

Nachdem der Hermannröder zunächst die Gesellenprüfung als Sieger der Handwerkskammer Niedersachsen abgelegt und später bei den niedersächsischen Landesmeisterschaften als bester Pflasterer erfolgreich gewesen war, ließ er sich nun von der Handwerkskammer Kassel nach einer dreimonatigen Fortbildung in Eschwege zum Polier prüfen und schnitt auch dort als Bester seiner Gruppe ab.

Und das alles, obwohl er nach der Schule mit dem Handwerk erstmal gar nichts am Hut hatte.

Im südniedersächsischen Hardegsen geboren, besuchte Daniel Exner zunächst die IGS in Bodenfelde, machte die Mittlere Reife, ging anschließend auf die Berufsschule in Northeim und absolvierte eine zweijährige Lehre zum Bürokaufmann. „Während dieser zwei Jahre habe ich aber schon gemerkt, dass das nichts für mich ist“, sagt Exner. „Das war mir einfach zu eintönig und ich habe am Ende des Tages nicht gesehen, was ich eigentlich gemacht habe“, nennt er die Gründe.

Nicht lange gezögert

Zwar beendete Exner die Lehre, doch anstatt sich in diesem Bereich einen Job zu suchen, machte er ein einmonatiges Praktikum bei der Firma RST (Rohrleitungs-, Straßen- und Tiefbau) in Lenglern. „Als ich danach gefragt wurde, ob ich dort eine Lehre zum Straßenbauer machen wolle, habe ich nicht lange gezögert“, erinnert sich Exner zurück.

„Straßenbauer ist ein toller Beruf“, schwärmt er. „Er ist unheimlich abwechslungsreich und wird deshalb auch nie langweilig.“ Nachdem Exner die Lehre gemacht, anschließend acht Jahre als Straßenbauer gearbeitet und sich dabei ein umfassendes Wissen angeeignet hatte, entschied er sich, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. 

„Nach meiner Fortbildung zum Polier und dem damit verbundenen Erwerb des Ausbildereignungsscheins kann ich nun selbst Baustellen führen“, freut sich der 29-Jährige, der 2015 zunächst nach Ziegenhagen gezogen war und sich Anfang dieses Jahres mit seiner Frau und den beiden Kindern in Hermannrode niedergelassen hat.

Dass das Handwerk unter Jugendlichen einen zunehmend schlechteren Ruf hat und immer weniger Schulabgänger eine klassische Lehre anstreben, ist für Exner völlig unverständlich. „In allen Bereichen des Handwerks werden händeringend Arbeitskräfte gesucht und in vielen Sparten gibt es sehr gutes Geld zu verdienen“, sagt er.

Weil er selbst zielstrebig und ehrgeizig sei, habe er sich zum Ziel gesetzt, noch die Meisterprüfung abzulegen. „Dafür muss ich zwar noch einmal die Abendschule besuchen, aber diese Mühe ist es mir allemal wert“, sagt der 29-Jährige.

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