Logistikgebiet: Dietz ist raus

Dietz AG hat kein Interesse mehr am Sondergebiet Logistik

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Bleibt das Areal nun doch ein Acker?

Ein möglicher Investor für das geplante Sondergebiet Logistik in Neu-Eichenberg ist abgesprungen. Auf HNA-Nachfrage schreibt Dr. Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG: „Das Projekt in Neu-Eichenberg betrachten wir (...) für uns als beendet und stehen hier nicht mehr zur Verfügung.“

Einen „großen Erfolg“ nennt Britta Mallach, Sprecherin der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Neu-Eichenberg die Entscheidung. „Diese Entwicklung bedeutet für uns, dass der Standort in Neu-Eichenberg immer unattraktiver für die Logistikbranche wird und wir erwarten können, dass sich hier auch kein anderer Investor mehr ansiedeln möchte.“ Der Weg scheine geebnet für ein Neu-Eichenberg ohne Logistik mit landwirtschaftlicher Nutzung des Ackers.

Die wiederholte Absage von Dietz müsse für die Gemeinde bedeuten, sich intensiv und kreativ mit der Entwicklung eines Leitbildes für Neu-Eichenberg zu beschäftigen, sagt der BUND Ortsverband Witzenhausen/Neu-Eichenberg. Nun stehe die Tür für Gespräche zu alternativen Ackernutzungen offen. Dazu gehöre, dass die Hessische Landgesellschaft (HLG) und die Wirtschaftsförderung die Fläche nebst Domäne während der Planungspause nicht weiter vermarkten.

Überrascht zeigt sich Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm. „Mein letzter Sachstand war, dass es nach einem positiven Entscheid der Gemeindevertretung zu dem Sondergebiet Logistik zu neuen Gesprächen mit der Dietz AG kommen sollte.“ Mit Dietz hätte der Gemeinde ein solider und professioneller Partner an der Seite gestanden. Für die Gemeinde bedeute das, die Fläche weiter zu vermarkten. Der Standort sei wegen der Größe „ für Logistikunternehmen überaus interessant“.

Landrat Stefan Reuß sagt, der Rückzug habe sich schon zum Jahreswechsel hin angedeutet. „Die begonnene Diskussion über Alternativen sollte fortgesetzt werden und dabei muss die HLG beziehungsweise das Land erklären, ob sie an einer Vermarktung festhalten wollen und ihre Flächen weiterhin zur Verfügung stehen.“ Das weiter Bedarf in der Region bestehe, zeige das Beispiel Friedland als Nachbargemeinde. In Friedland-Deiderode soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Auf die Vermarktungsmöglichkeiten der Fläche habe die Dietz-Absage keine Auswirkung, sagt WFG-Chef Dr. Lars Kleeberg. Wegen der Lage sei sie weiter für viele Unternehmen interessant. „Der Vorstoß der Gemeinde Friedland und die Neuansiedlungen von Unternehmen in Göttingen, Heiligenstadt und im Raum Kassel belegen diesen geographischen Vorteil eindeutig.“ Was nun für das Gewerbegebiet in Friedland-Deiderode geplant ist, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA.

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