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Neu-Eichenbergs Bürgermeister Marcus Stolle ist 100 Tage im Amt

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Von: Nicole Demmer

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Seit 100 Tagen der neue Arbeitsort: Marcus Stolle vor der Gemeindeverwaltung in Hebenshausen.
Seit 100 Tagen der neue Arbeitsort: Marcus Stolle vor der Gemeindeverwaltung in Hebenshausen. © Nicole Demmer

100-Tage-Interview mit Neu-Eichenbergs neuem Bürgermeister Marcus Stolle.

Neu-Eichenberg – Im vergangenen Jahr gab es einen Personalwechsel auf dem Bürgermeisterstuhl von Neu-Eichenberg. Nach dem freiwilligen Rückzug von Jens Wilhelm (SPD) wurde der Sozialdemokrat Marcus Stolle zum neuen Oberhaupt der Gemeindeverwaltung gewählt und trat zum 1. Oktober seine Stelle an. Am Sonntag ist er 100 Tage im Amt.

Wir sprachen mit ihm über seine erste Zeit.

Haben Sie sich schon in Ihr Amt eingefunden?

Ich bin von meinem Vorgänger gut eingearbeitet worden. Nun bin ich dabei, mich in die einzelnen Bereiche der Verwaltung wie Bauen und Finanzen einzufinden. Ich hatte jetzt den Schlussbericht zum Jahresabschluss für 2020 vorliegen und musste natürlich noch die Hilfe der Revision dafür in Anspruch nehmen. Dazu kommt noch, dass ich mich in einer kleinen Verwaltung wie in Neu-Eichenberg als „Edelsachbearbeiter“ sehe, der jedes Thema auf den Tisch bekommt. Das ist rechercheintensiv. Ich glaube, wenn ich 365 Tage im Amt bin und jeden Termin einmal wahrgenommen habe, dass ich dann richtig drin bin.

Also ist es ein Unterschied zu einer Ihrer bisherigen Tätigkeiten als Produktionsleiter des Open Flair?

Ja, wie Tag und Nacht, es ist nicht vergleichbar. Neben Recherche ist die Dokumentation das A und O meiner neuen Arbeit. Hier habe ich gemerkt, dass es zum Beispiel an der Digitalisierung in der Verwaltung noch hapert.

Was war die bisher größte Herausforderung für Sie?

Kurz nach meinem Amtsantritt gab es eine Bürgermeister-Dienstversammlung zum Thema „Blackout“. Uns hat das bis zum Dezember beschäftigt, wie wir uns als Gemeinde darauf vorbereiten können.

Dafür haben wir uns auch Fachleute an den Tisch geholt, um zu erarbeiten, wie wir zum Beispiel Wärmeinseln bereithalten. Orte dafür haben wir, das Problem ist allerdings die Betreuung, weil es viele Ehrenamtliche benötigt. Daher bin ich froh, dass wir auf unseren Aufruf, zum Beispiel im Gemeindeblättchen, Rückmeldungen bekommen haben.

Welche Aufgaben stehen für Sie für 2023 an?

Eine große Aufgabe ist gerade, den Haushalt ausgeglichen aufzustellen. Ich hoffe, dass wir ihn Ende Januar in die Gremien einbringen und nach der Beratung relativ rasch beschließen können. Dann gilt es, den Bebauungsplan für das Sondergebiet Logistik aufzuheben, der Auftrag dafür wurde schon vergeben. Damit einher geht auch die Frage nach der Zukunft der Gemeinde – eine Zukunftswerkstatt war ja schon oft Thema in den Gremien. Auf Vorstoß der Grünen habe ich bei der Hessen Trade & Invest GmbH (Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen) 15 000 Euro für einen Dialog zu Entwicklungsperspektiven eingeworben. Voraussetzung dafür war, dass ich als Kopf hinter dem Prozess stehe. Dazu war ich gerne bereit, nachdem alle Fraktion bekundet haben, dahinterzustehen.

Stichwort Sondergebiet Logistik. Wie geht es hier weiter?

Es gibt noch keine konkreten Pläne, darüber wollen wir uns in dem Dialog unterhalten. Zu diesem sollen dann auch die Wirtschaftsförderung des Kreises, der Verein für Regionalentwicklung und Vertreter von Kommunen, die vor ähnlichen Problemen stehen, eingeladen werden. Dabei geht es mir dann nicht nur um das Sondergebiet Logistik, sondern auch um die Ortskernbelebung. Das wird ein langwieriger Prozess, aber ich hoffe, dass wir am Ende ein Papier mit einer Vision 2030 vorlegen können.

Hat die Gemeinde denn diese Zeit?

Die müssen wir uns nehmen. Wir dürfen nichts überstürzen und müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, damit das Ergebnis von allen mitgetragen wird und niemand zähneknirschend aus diesem Prozess geht. Und die Hessische Landgesellschaft wünscht sich ein Stimmungsbild, wie es mit dem Vertrag für das Gebiet weitergehen soll. Dazu wird es wohl noch Fragen aus den Fraktionen der Gemeindevertretung geben. Das braucht seine Zeit.

Wie gestaltet sich generell Ihre Zusammenarbeit mit dem Parlament?

Ich bin in allen Gremien sehr gut aufgenommen worden. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeindevorstand verläuft vertrauensvoll und auch die bisherigen drei Sitzungen der Gemeindevertretung waren sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass man auf allen Ebenen vernünftig und konstruktiv umgehen will. (nde)

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