Langohren ersetzen das Rentier

Esel im Sommer: Zu Besuch bei den Zugtieren des Weihnachtsmanns

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Tolle Tiere: Herbert Siebert aus Hebenshausen mit Enkel Milian und den Eseln Urmel (links) und Krümel. 

Hebenshausen. Sie sind jedes Jahr der Hingucker. Wenn der Weihnachtsmann in Hebenshausen vorfährt, sieht man kein Rentier mit roter Nase – denn dann haben die Esel Krümel und Urmel vor seiner Kutsche ihren großen Auftritt.

Den Rest des Jahres lassen es sich die beiden Langohren auf einer Weide bei Hebenshausen gut gehen – umsorgt von ihrem Besitzer und Kutscher, Herbert Siebert. Wir haben sie für unsere Serie "Abseits der Saison" in ihrer Sommerpause besucht.

Zum jährlichen Auftritt an der Linde kam es, als er vor ein paar Jahren von den Ehrenamtlichen, die sich um den Hebenshäuser Adventskalender kümmern, gefragt wurde, ob er nicht den Weihnachtsmann fahren wolle, erinnert Siebert sich. Natürlich wollte er. Immerhin war er jahrelang mit seiner selbst gebauten Kutsche bei Kirmesumzügen dabei, fungierte als Hochzeitskutscher und war selbst schon der Weihnachtsmann – immer mit seinen Eseln natürlich. Die haben einen sehr freundlichen Charakter, betont Siebert, den gerade die Liebenswürdigkeit der Tiere fasziniert.

Mit Weihnachtsmann: Die Esel ziehen lammfromm seinen Schlitten. 

Und das seit 1991, als Krümel als Halbjähriger zu ihm kam. Später folgte Urmel, heute 17, Sohn von Krümel und Stute Ronja, die lange zum Esel-Team gehörte. Insgesamt kamen zehn Fohlen bei Siebert zur Welt. „Bei der Geburt sehen sie aus wie Steiff-Tiere“, schwärmt er von den Jungtieren, die, wie Ronja, mittlerweile in gute Hände abgegeben wurden.

Bis vor zwei Jahren fuhr Siebert mit seinen Eseln noch große Touren, 20 Kilometer in flottem Tempo. Mittlerweile wurde das Pensum reduziert, denn der 25-jährige Krümel ist nicht mehr so belastbar. Aber auf kleinere Ausfahrten und Wanderungen geht es noch – zusätzlich wird Urmel von Kindern geritten. Den Rest der Zeit verbringen die beiden auf ihrer Weide und freuen sich, wenn sie Besuch bekommen. Eifrig wird dann geschnuppert, ob nicht vielleicht ein Leckerbissen abfällt.

Aber Esel können nicht nur nett sein. Dazu weiß Siebert, sehr zur Erheiterung seiner Zuhörer, viele Anekdoten zu berichten. Zum Beispiel, als Krümel einmal am Bach stehen blieb – und stand. Da helfe weder gutes Zureden noch Taten, man muss warten, bis das Langohr wieder geneigt ist, sich zu bewegen, erklärt Siebert. Als er versuchte, das schlaue Tier zum Weitergehen zu bewegen, endete es damit, dass am Ende der Esel-Halter im eiskalten Nass lag.

Rund zwei Stunden ist der Hebenshäuser täglich damit beschäftigt, die Tiere zu versorgen und ihnen Kuscheleinheiten zu geben. Zeitweise sei es schon viel, dann würde er sich freuen, wenn die Esel in andere gute Hände in der Nähe kommen. Ganz mag man dem 74-Jährigen das aber nicht glauben, so begeistert, wie er von den Tieren spricht.

Und so werden sie wohl auch in den kommenden Jahren wieder dabei sein, wenn die Frage kommt, ob nicht Urmel und Krümel den Weihnachtsmann zur Dorflinde fahren möchten.

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