Gemeinde zahlt 43 000 Euro

Minus durch Verkauf von Grundstücken in Neu-Eichenberg

Im Neubaugebiet Meierbreite liegen auch die sieben Grundstücke, die von der Hessischen Landgesellschaft vermarktet wurden.
+
Im Neubaugebiet Meierbreite liegen auch die sieben Grundstücke, die von der Hessischen Landgesellschaft vermarktet wurden.

Rund 43 000 Euro muss Neu-Eichenberg an die Hessische Landgesellschaft (HLG) zahlen. Das teilte Bürgermeister Jens Wilhelm in der jüngsten Gemeindevertreterversammlung mit.

Neu-Eichenberg – Angefallen sind die Kosten durch den Verkauf von Baugrundstücken in der „Meierbreite“ in Hebenshausen. Bettina Biehler, Fraktionsvorsitzende der Grünen, regte an, eine detaillierte Aufstellung der Kosten anzufordern, um daraus für die Zukunft Erkenntnisse zu ziehen. Wilhelm sagte dies zu und erklärte, dass von rund 351 000 Euro Gesamtkosten für die Vermarktung alleine 114 000 Euro Zinsen sind.

Auf HNA-Nachfrage sagte Wilhelm, dass es sich um sieben Grundstücke gehandelt hat. Sie sind Teil eines Baugebiets, das damals neu geschaffen werden sollte. Da einige private Besitzer die Erschließung nicht finanzieren konnten, hätten Gemeinde und Besitzer sich darauf geeinigt, die Grundstücke durch die HLG kaufen und veräußern zu lassen. Laut Vertrag trägt die Gemeinde den Verlust allein, einen Gewinn teilt sie sich mit der HLG.

Nun dauerte es 18 Jahre, bis die Grundstücke alle verkauft waren. Die Verzinsung wechselte und lag anfangs bei mehr als drei Prozent – höchster Satz waren 4,06 Prozent im Jahr 2008 – ab 2013 sanken die Zinsen kontinuierlich und lagen 2020 bei 0,87 Prozent. Durch Zins und Zinseszins summierte sich die geschuldete Summe.

Auf Nachfrage erklärte HLG-Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann, dass es zu einem Minus bei Grundstücksverkäufen kommen kann, wenn die im Verfahren entstandenen Kosten höher sind als der erzielte Verkaufspreis. „Die im Verfahren relevanten Kosten sind: der Grunderwerb, die Erschließung, die Finanzierung.“ Die betroffenen Grundstücke seien von 2008 mit 64,50 Euro je Quadratmeter bis 2018 mit 65 Euro je Quadratmeter verkauft worden. Dies habe dem damaligen Bodenpreisniveau entsprochen. „Die Verkaufspreise sind abgestimmt und von der Gemeinde festgelegt worden.“ (nde)

Sie wollen mehr aus der Region erfahren? Dann testen Sie das ePaper der HNA zwei Wochen gratis. Sie sind eher an Neuigkeiten aus dem Raum Eschwege interessiert? Dann können Sie das ePaper-Angebot der Werra-Rundschau ebenfalls kostenlos testen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.