Gespräch mit Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth

Nachgefragt: Was erwartet die Menschen in Neu-Eichenberg im Jahr 2017?

Neu-Eichenbergs Themen für das neue Jahr: Die Feuerwehr (Foto oben links, Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne in der Mitte mit Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurt und Landrat Stefan Reuß), der Gehweg zur Ernst-Reuter-Schule (unten links) und der Bahnhof stehen auf dem Programm. Archivfotos: Schröter (2) / Forbert (1)

Neu-Eichenberg. Was erwartet die Menschen in Neu-Eichenberg im Jahr 2017? Worauf können sie sich freuen? Darüber haben wir mir Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth gesprochen.

Frau Rohde-Erfurth, wie lief das vergangene Jahr? 

Ilona Rohde-Erfurth: Die positive Entwicklung für die Gemeinde setzt sich fort. Wir hatten zum dritten Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushalt, und das, ohne Schutzschirmgemeinde zu sein. Außerdem sind wir nicht so schlimm vom demografischen Wandel gestraft, wie prognostiziert wurde. Es gab 2016 25 Geburten.

Was waren die herausragenden Ereignisse 2016? 

Rohde-Erfurth: Die Kreisstraße 68 in Eichenberg-Bahnhof wurde saniert. Das war mindestens 15 Jahre lang eine Forderung. Außerdem haben wir ein kleines Baugebiet in Hermannrode beschlossen. Im Baugebiet Hebenshausen sind fünf Neubauten entstanden, der Platz für Jugendliche wurde eingeweiht und die Bahnhofstreppe neu gemacht. Zudem hat der Kommunalwahlkampf gebremst. Wir haben jetzt geänderte Verhältnisse in der Gemeindevertretung.

Erschwert das Ihre Arbeit? 

Rohde-Erfurth: Eher nicht, da bisher keine Sachanträge gekommen sind. Allerdings zeichnet sich wesentlich mehr Verwaltungsaufwand ab.

Wie sehen die Pläne für 2017 aus? 

Rohde-Erfurth: Wir erhöhen keine Steuern und werden keine neuen Kredite aufnehmen. Im Gegenzug investieren wir nicht viel.

Die Feuerwehr erhält Digitalfunk und ist insgesamt ein großes Projekt. Im Moment wird über viele Formen der Zusammenarbeit diskutiert. Die Übungsstunden werden zum Beispiel nur noch gemeinsam absolviert. Außerdem sollen im Rahmen der Sanierung des Bahnhofsumfeldes die Gleise des Bahnhofs angehoben und die Wartebereiche barrierefrei hergerichtet werden.

Da der zuständige Mitarbeiter bei der Bahn jedoch in Rente gegangen ist und wir seitdem nichts mehr von der Bahn gehört haben, glaube ich nicht, dass die Arbeiten 2017 schon losgehen. Im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms soll der Bauhof saniert werden.

Gibt es Neuigkeiten zur geplanten Ortsumgehung? 

Rohde-Erfurth: Die Ortsumgehung war immer mit vordringlichem Bedarf im Verkehrswegeplan, ab 2021 ist sie voraussichtlich nur noch im weiteren Bedarf. Daher haben wir als Gemeinde eine Stellungnahme abgegeben und fühlen uns hier vom Land alleingelassen, das sich offensichtlich nicht dafür eingesetzt hat, dass die Ortsumgehung im vordringlichen Bedarf bleibt. Durch die bestimmt 20 Jahre lange Planung ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis fast unrentabel geworden, wir sind knapp an der Zehn-Millionen-Grenze. Nach inoffiziellen Informationen rechne ich nicht damit, dass wir im vordringlichen Bedarf bleiben.

Hat das Auswirkungen auf das geplante Sondergebiet Logistik? 

Rohde-Erfurth: Der Bebauungsplan soll geändert werden, ein entsprechender Aufstellungsbeschluss wurde gefasst. Unter anderem soll die Zufahrt neu geplant und der Zusammenhang mit der Westumgehung aufgelöst werden. Insgesamt stockt es derzeit wegen der Hessischen Landesgesellschaft, dort sind die Bearbeitungsprozesse sehr zäh. Aber: Wenn jemand dort bauen möchte, könnte er sofort anfangen.

Welche Möglichkeiten hat die Gemeinde beim Bahnhof - besonders wegen der dort abgestellten Maschinen? 

Rohde-Erfurth: Leider keine. Das Gebäude ist denkmalgeschützt und die Maschinen stehen auf Privatgelände. Laut Eigentümer sind sie kein Schrott, sondern sollen in Entwicklungsländer geschickt werden. Erst wenn sie Schrott wären, könnten wir etwas unternehmen. Auch Regierungspräsidium und Untere Wasserbehörde, die von mir eingeschaltet wurden, können momentan nichts machen.

Wie steht es um die Sanierung des Gehwegs von Hebenshausen zur Ernst-Reuter-Schule? 

Rohde-Erfurth: Der Weg gehört dem Kreis. Wir haben beantragt, dass er zusammen mit der Kreisstraße 69 saniert wird. Im März 2017 haben wir einen Termin zur Ortsbesichtigung. Ich bin optimistisch, dass da etwas gelingen kann.

Was wird kritisch 2017? 

Rohde-Erfurth: Wenn die Zinsen steigen, könnte sich der Haushalt verschlechtern. Allerdings ist unsere Kreditsituation überschaubar, da wir relativ wenige Kassenkredite halten und langfristig finanziert haben. Kritisch ist auch die Situation der Feuerwehr. Hier fehlt der Nachwuchs. Und die Straßen und Gehwege sind alle in einem Zustand, der abgestellt werden müsste, wofür aber das Geld fehlt.

Worauf dürfen sich die Neu-Eichenberger freuen? 

Rohde-Erfurth: Dass wir im August drei Tage lang 750 Jahre Hermannrode feiern.

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