Rund 80 Hektar sind geplant

Kritische Bürger wollen kein Logistikgebiet in Neu-Eichenberg

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Sie organisierten das Treffen: (von links) Simon Arbach, Anja Banzhaf und Manja Kunzmann bei der Auftaktveranstaltung.

Neu-Eichenberg. „Logistikgebiet – Bleib uns vom Acker“. Das war nicht nur Motto des Montagabends im Martin-Luther-Haus in Hebenshausen, sondern auch die Meinung der gut 50 Kritiker.

Sie haben sich getroffen, um nach Möglichkeiten für den Ausstieg aus diesem Gebiet zu suchen.

Eingeladen zu dem Treffen hatten Mitglieder des seit 2016 in Hebenshausen bestehenden Hofprojektes und gleichzeitige Betreiber des Dorfgartens – und schon die Vorstellung der Fakten rund um das gut 80 Hektar große Logistikgebiet durch Moderatorin Anja Banzhaf sorgte bei einigen Besuchern für Raunen und Kopfschütteln. 

Besonders die 1,1 Millionen Euro Planungskosten, die bisher schon gezahlt wurden und die zusätzlichen fünf Millionen Euro Kaufpreis für das Gelände, die von der Gemeinde gezahlt werden müssten, sollte das Logistikgebiet keinen Investor finden.

Logistikgebiet Neu-Eichenberg: Unter anderem Steigende Schadstoff-Emissionen befürchtet

Neben steigenden Schadstoff-Emissionen durch Lieferverkehr und der Versiegelung von Ackerland nannte Moderator Simon Arbach unter anderem die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch erhöhtes Verkehrsaufkommen, Lärm und die ästhetische Abwertung der Landschaft als Gründe für den Ausstieg aus dem Gebiet. Konsens herrschte bei den Besuchern darüber, dass man nach Lösungswegen suchen solle, mit denen die Gemeinde möglichst kostengünstig aus dem Logistikgebiet aussteigen kann. Aber auch darüber, dass es ein faires Miteinander geben soll. Kritik gab es an den offiziellen Stellen. 

„Die Desinformation ist sehr hoch, die Gemeindeverwaltung geht sparsam mit Informationen um“, kritisierten einige der Teilnehmer. Genau diese Informationen wie den Erschließungsplan für das Logistikgebiet, öffentliche Verträge und ein Forum für Fragen und Antworten sollen künftig auf einer Internetseite gesammelt werden. Zudem soll es Aufkleber und Plakate ebenso geben wie eine Podiumsdiskussion.

Um das soziale Klima in der Gemeinde zu erhalten, erarbeiteten die Teilnehmer die Idee, ein Erzählcafé anzubieten, bei dem Bürger ihre Erfahrungen mit früherem Streit um das Logistikgebiet berichten können. Ebenfalls soll auf eine Bürgerversammlung bis Ende Mai gedrungen werden. Zudem wollen Teilnehmer Negativ- und Positivbeispiele von Logistikgebieten recherchieren und einen Zukunftsforscher für eine Analyse möglicher Auswirkungen finden. In einer Ideenwerkstatt sollen zudem alternative Nutzungsmöglichkeiten für das Gebiet überdacht werden.

Zahlreiche Arbeitsaufträge, mit denen die Teilnehmer nach gut zwei Stunden das erste Treffen beendeten und die es bis zum zweiten Treffen abzuarbeiten gilt. Dann wollen die Beteiligten auch entscheiden, ob sie eine Bürgerinitiative gründen wollen. 

Info:Das nächste Treffen findet am Montag, 16. April, ab 18 Uhr im Martin-Luther-Haus in Hebenshausen statt.

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