Liegengebliebener Zug in Eichenberg: Cantus räumt Fehler ein

Gestrandet: 150 Fahrgäste, größtenteils auf dem Weg zur Arbeit, mussten vergangene Woche drei Stunden in einem liegen gebliebenen Zug ausharren. Im Bahnhof angekommen, fuhr der Anschlusszug nach Kassel vor ihrer Nase weg. Foto:  Skupio

Werra-Meißner. „Es ist nicht optimal gelaufen, das tut uns leid." Mit diesen Worten entschuldigt sich Susanne von Weyhe, Pressesprecherin von Cantus, bei den 150 Fahrgästen, die vergangene Woche drei Stunden in einem liegengebliebenen Zug ausharren mussten.

Am Mittwoch war es gegen 6.30 Uhr kurz vor dem Bahnhof Eichenberg zu einem Schaden in der Oberleitung gekommen, wodurch die elektrischen Triebwagen nicht mehr fahren konnten. Nachdem ein Abschleppversuch mit einer DB-Lok scheiterte, da die Kupplung nicht an den Cantus-Zug passte, und der Versuch misslang, eine Brückenverbindung mit Rollstuhlrampen zu einem Zug auf dem Nachbargleis herzustellen, hatte eine Cantus-Lok den Zug in den Bahnhof gezogen. Diese sei zeitgleich, als die DB-Lok angefordert wurde, aus Kassel auf den Weg geschickt worden.

Während der drei Stunden waren die Toiletten außer Betrieb. „Es war ein Handlungsfehler unserer Mitarbeiter, alles abzuschalten“, sagt von Weyhe auf Anfrage. Über Notstrombatterien hätten die Toilettentüren weiter betrieben werden können. Auch der von vielen Fahrgästen bemängelte Informationsfluss habe nicht dem Standard von Cantus entsprochen. „Das ist ein Punkt, der uns sehr wichtig ist, daher werden wir unsere Mitarbeiter diesbezüglich nochmal nachschulen.“

Auf die Entscheidungen, die vom Notfallmanager getroffen wurden, um die Fahrgäste sicher an den Bahnhof zu bringen, habe Cantus allerdings keinen Einfluss gehabt. „Der Notfallmanager wird vom Streckeninhaber, also der Deutschen Bahn, gestellt und ist gegenüber unseren Mitarbeitern weisungsbefugt“, sagt Susanne von Weyhe, Pressesprecherin von Cantus, auf Anfrage.

Nach drei Stunden im Bahnhof angekommen, der nächste Schlag: Während der Anschlusszug nach Göttingen auf die Fahrgäste gewartet hatte, war der nach Kassel - wohin ein Großteil der gestrandeten Fahrgäste wollte - vor deren Augen weggefahren. „Wir haben dem Stellwerk gemeldet, dass der Zug demnächst im Bahnhof eintrifft; vielleicht hat sich dies mit der Freigabe des Anschlusszugs überschnitten“, sagt von Weyhe.

Bisher seien 20 Beschwerden, aber nur eine Handvoll Erstattungsanträge eingegangen. „Jeder, der eine Karte vorweisen kann, bekommt den Fahrpreis erstattet“, sagt von Weyhe. Darüber hinaus sei jedoch keine Wiedergutmachung vorgesehen: „Verlorene Zeit ist nicht zu entschädigen.“

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