Logistikgebiet ist abgewählt

Neue Wählergruppe legt Erdrutschsieg in Neu-Eichenberg hin

Die Neu-Eichenberger haben dem geplanten Sondergebiet Logistik eine klare Absage erteilt. Mehr als 60 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme einer der Listen, die gegen das Logistikgebiet ist.
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Die Neu-Eichenberger haben dem geplanten Sondergebiet Logistik eine klare Absage erteilt. Mehr als 60 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme einer der Listen, die gegen das Logistikgebiet ist.

Aus dem Stand erreichte die Wählergruppe Miteinander für Neu-Eichenberg den ersten Platz bei der Wahl zum Neu-Eichenberger Gemeindeparlament. Wir haben bei allen Bewerbern Stimmen eingeholt.

Neu-Eichenberg – Das Ergebnis der Gemeindevertreter-Wahl in Neu-Eichenberg dürfte in die Annalen der Gemeinde eingehen. Zum ersten Mal ist die Wählergruppe „Miteinander für Neu-Eichenberg“ (MfNEB) angetreten und errang direkt einen Erdrutschsieg. Mit 35,99 Prozent der Stimmen katapultierte sich MfNEB an die Spitze der fünf angetretenen Listen.

„Das ist der Hammer“, freute sich Michael Link, Vorsitzender des MfNEB-Vereins, über das Wahlergebnis. „Wir haben uns viel zugetraut, aber das ist krass“. Er hätte nicht gedacht, dass MfNEB direkt so viele Stimmen holt. Das zeige, dass im Wahlkampf, in dem es unter anderem darum ging, das Sondergebiet Logistik nicht zu realisieren, die richtigen Themen getroffen wurden, so Link. Das gute Wahlergebnis sei aber auch eine Bürde. Die Wähler hätten Erwartungen in MfNEB gesetzt. „Die müssen wir jetzt erfüllen.“

Alle Vertreter der Wählergruppe werden Parlaments-Neulinge sein. Daher werde man sich mit dem langjährigen Gemeindevertreter Hans-Heinrich Schröter zusammen setzen. Dabei werde es auch um Personalien gehen. Denn nicht nur die Gemeindevertretung wird neu besetzt, sondern auch der Gemeindevorstand. „Wir waren bisher ein gutes Team und gehen auch als gutes Team ins Parlament“, so Link.

„Wir gratulieren den zwei neuen Listen“, sagt Grünen-Ortsverbandsvorsitzender Karl-Heinz Riechel. Das Ende des Sondergebiets Logistik scheint sicher zu sein. „Da gehen wir mit den beiden neuen Bewerbern in eine Richtung und müssen schauen, wie wir weitermachen.“

Die Grünen hoffen, dass jetzt mehr Transparenz in die Gemeindevertretung kommt und sie wollen Neu-Eichenberg zur Klima-Kommune machen. Dabei müsse geschaut werden, wie dies mit den anderen Fraktionen umsetzbar ist.

Die Entscheidung, den Ortsverein von Die Linke zu gründen, kam, weil man die Opposition der vergangenen Legislaturperiode stärken wollte, erklärt Sprecher Thomas Trempnau. „Die Linke hat Aspekte, die andere nicht haben.“ Man habe eine Klientel abgeholt, die es wohl schon immer in Neu-Eichenberg gab. Das seien Menschen, die nicht nur gegen das Sondergebiet Logistik sind, für das nun die Chance bestehe, Alternativen zu suchen. Die Wähler wollten auch linke Themen umgesetzt sehen. „Es ist wichtig, dass es keine Ein-Punkt-Arbeit in der Gemeindevertretung ist“, so Trempnau. Das werde nicht einfach, aber sie würden sich hineinfinden.

Die großen Verlierer der Wahl sind mit jeweils rund 20 Prozent SPD und CDU. Schon vorher habe sich herauskristallisiert, dass die Wahl eine Abstimmung über das Sondergebiet Logistik werde, sagt SPD-Spitzenkandidat und Bürgermeister Jens Wilhelm. „Das spiegelt sich im Ergebnis wieder.“ Die Arbeit des neuen Parlaments müsse nun erst einmal anlaufen. Dann müsse geschaut werden, wo die Mehrheit der Gemeinddevertreter ansetzt: ob weiter an der Arbeit des Arbeitskreises Alternativen festgehalten werde oder es überhaupt keine Flächenversiegelung geben solle.

„Es ist kein schönes Ergebnis und ein Stück weit eine Quittung“, sagt CDU-Spitzenkandidat Michael Rost. Angesichts der Corona-Pandemie habe sich die CDU im Wahlkampf, den nur ein Thema beherrschte, zurückgehalten.

Für die CDU heiße es nun, so Rost, sich wieder aufzubauen. „Wir müssen das, was wir vorhaben, der Bevölkerung darstellen.“ Die anderen Parteien müssten jetzt in der Parlamentsarbeit zu den Themen, die sie im Wahlkampf nicht behandelt haben, Stellung beziehen. (Von Nicole Demmer)

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