Margarete und Wolfgang Wießner feiern Diamantene Hochzeit

Liebe auf den ersten Blick und seit 60 Jahren ein glückliches Paar

Seid 60 Jahren glücklich verheiratet: Margarete und Wolfgang Wießner feiern heute ihre Diamantene Hochzeit.
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Seid 60 Jahren glücklich verheiratet: Margarete und Wolfgang Wießner feiern heute ihre Diamantene Hochzeit.

Liebe ist, immer für den anderen da zu sein und nie von seiner Seite zu weichen. Genau das charakterisiert die Ehe von Margarete und Wolfgang Wießner – und das nun schon seit 60 Jahren.

Neu-Eichenberg - „Es war die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick“, sagt Wolfgang Wießner, während er seiner „Püppie“ wie ein Frischverliebter in die Augen schaut. Dabei waren die Umstände, unter denen sich das Paar 1951 kennenlernte, alles andere als einfach. 1933 im polnischen Stettin geboren, lebte der heute 87-Jährige nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Bad Wilsnack (Sachsen) und damit im Herzen der DDR. Als Mitglied des politischen Widerstands war er eines Tages in Halle (Saale) aktiv, verlief sich am Ende des Tages jedoch in der Stadt. „Ich sprach Margarete an, die damals in Halle Biologie studierte, und sie brachte mich spontan zum Bahnhof“, erzählt Wießner. „Das dauerte nur eine Viertelstunde, aber danach wusste ich sofort: Die heiratest du!“ Heute feiern die beiden Hermannröder ihre Diamantene Hochzeit.

Als ihn seine Untergrundarbeit zwei Wochen später erneut nach Halle führte, er dort „seine“ Margarete (die damals noch ihren Mädchennamen Hix trug) wiedersah und sie seine Gefühle erwiderte, war es endgültig um beide geschehen. „Von da an waren wir unzertrennlich“, sagen beide. Nachdem er zunächst in ihre Nähe gezogen war, flog seine Widerstandstätigkeit wenig später auf. 1952 floh das Paar in den Westen und wurde erst mal in Göttingen sesshaft. An der dortigen Georg-August-Universität studierte Wolfgang Wießner genau wie seine Margarete Biologie. Er promovierte, habilitierte und wurde als Professor und Inhaber des bundesweit einzigen Lehrstuhls für experimentelle Phykologie (Wissenschaft von den Algen) zur weltweit anerkannten Koryphäe.

Obwohl schwer verliebt, warteten Margarete und Wolfgang einige Jahre mit der Hochzeit. Am 29. Juli 1960 war es dann aber soweit – allerdings nur im kleinen Rahmen zusammen mit einigen Familienangehörigen und ein paar Arbeitskollegen. Es folgte die Geburt der beiden Kinder und 1975 der Umzug nach Hermannrode, wo das Paar in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wolfgangs inzwischen verstorbenem Zwillingsbruder ein Haus gebaut hatte. „Hier sind wir ganz toll aufgenommen worden und haben uns von Anfang an sauwohl gefühlt“, schwärmen beide von dem Neu-Eichenberger Dorf.

Dass Margarete und Wolfgang Wießner während ihrer inzwischen beinahe 70-jährigen Partnerschaft nie voneinander getrennt waren (höchstens einmal ein paar Tage, wenn er beruflich im Ausland war), hat gleich mehrere Gründe: Da sind zum einen die gemeinsamen Hobbys wie der eigene Garten und das Reisen. „Wir haben unter anderem jedes Land in Europa besucht und kennen bis auf Alaska jeden Bundesstaat in Nordamerika“, sagt er.

Ein weiterer wichtiger Grund ist die Harmonie, die zwischen beiden herrscht. „Ernsthaften Streit kennen wir nicht“, betonen der 87-Jährige und seine 91-jährige Frau unisono. Das sei auch der Grund für ihre ungebrochene Liebe. „Genau wie die Tatsache, dass wir immer aufeinander hören“, sagen sie.

Für die Zukunft haben sich Margarete und Wolfgang Wießner nur eines vorgenommen: Gesund bleiben und weiterhin so viel Zeit miteinander verbringen wie bisher. Genauso eben, wie sie es in den zurückliegenden 69 Jahren auch getan haben. 

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