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Kastrations- und Kennzeichnungsverordnung in Neu-Eichenberg beschlossen

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Von: Nicole Demmer

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Gesund und gut genährt sind diese Katzen, die vom Tierschutzverein Werratal in Obhut genommen und in ein neues Zuhause vermittelt wurden.
Gesund und gut genährt sind diese Katzen, die vom Tierschutzverein Werratal in Obhut genommen und in ein neues Zuhause vermittelt wurden. © Tierschutzverein Werratal/nh

Als dritte Kommune im Kreis hat Neu-Eichenberg eine Katzen-Kastrations- und Kennzeichnungspflicht eingeführt

Neu-Eichenberg – Nach Hessisch Lichtenau und Witzenhausen ist Neu-Eichenberg die dritte Gemeinde im Werra-Meißner-Kreis, die eine Katzenschutzverordnung erhält. Während der Gemeindevertretersitzung am Montag votierte das Parlament bei einer Enthaltung aus SPD-Reihen einstimmig für eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierpflicht für frei laufende Katzen.

Darin wird geregelt, dass Personen als Katzenhalter gelten, die eine Katze besitzen oder für deren Unterhalt zum Beispiel durch Futter und Pflege aufkommen. Als Halter gilt auch, wer eine zulaufende Katze über einen längeren Zeitraum aufnimmt oder frei laufende Katzen regelmäßig füttert. Bekommen diese Katzen unkontrolliert Freigang, sind die Halter jetzt verpflichtet, sie, wenn sie älter als fünf Monate sind, vom Tierarzt kastrieren und mittels Chip oder Tätowierung kennzeichnen zu lassen. Zudem müssen sie bei einem kostenfreien Haustierregister angemeldet werden.

Für die Zucht von Rassekatzen können Ausnahmen beantragt werden. Kommen Halter der Verordnung nicht nach, drohen Geldbußen bis zu 1000 Euro.

„Wir sind superglücklich, dass es nach all den Jahren geklappt hat“, sagt Anja Steidl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Werratal, zum Abstimmungsergebnis des Parlaments. Sie hofft, dass andere Kommunen nun nachziehen.

Alleine in diesem Jahr hat sich der Verein um 97 Katzen, darunter rund 30 Jungtiere, gekümmert. 10 000 bis 15 000 Euro wurden dafür aufgewendet. Mit Füttern der Jungtiere ist es dabei nicht getan, berichtet Steidl, wobei es ein „Glück“ sei, wenn Tiere gemeldet werden. Oft müssten diese tierärztlich behandelt werden, da sie unter anderem Parasiten haben. Werden Kätzchen vermittelt, nutzt der Verein die Schutzgebühr, um die Kastration älterer Katzen zu finanzieren. Aktuell werden in fünf Pflegestellen mehr als 40 Tiere versorgt, neue Pflegestellen werden gerne angenommen.

Apropos Finanzen: Es gebe ganz oft Tiere, die gefüttert werden. Wenn sie dann jedoch krank werden, würden die Katzen niemandem mehr gehören und es werde gesagt, dass doch der Tierschutz die anfallenden Tierarztkosten übernehme, berichtet Steidl. Dabei finanziere sich der Verein rein über Spenden und die Beiträge der rund 20 Mitglieder. Sie hofft, dass Menschen, die Katzen füttern, sich durch die Verordnung nun noch etwas verantwortlicher für das Wohl der Tiere fühlen und die Fütterungen nicht einstellen. Zudem bittet sie darum, dass dem Verein Futterstellen gemeldet werden.

Und: Ein bisschen Geduld wünscht sich Steidl, wenn Katzen gemeldet werden. Der Verein helfe so schnell er kann, allerdings seien fast alle Mitglieder in Vollzeit berufstätig. (nde)

zu.hna.de/katze

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