Antrag im Gemeindeparlament verabschiedet

Bahnhofs-Modernisierung Neu-Eichenberg: Land muss Ja-Wort geben

Barrierefreier Ausbau: Der Bahnhof Neu-Eichenberg soll für acht Millionen Euro modernisiert werden. Ein neuer Finanzierungsansatz muss nur noch vom Land Hessen abgesegnet werden. Foto: Archiv

Neu-Eichenberg. Die Sanierung des Bahnhofs Neu-Eichenberg ist beschlossen. Jetzt muss nur noch das Land Hessen sein Ja-Wort zur finanziellen Unterstützung geben.

So einig waren sich die Vertreter aller Fraktionen im Eichenberger Gemeindeparlament schon lange nicht mehr: Einstimmig verabschiedeten sie bei ihrer Sitzung am Montagabend einen Antrag, in dem das Land Hessen aufgefordert wird, dem neuen Finanzierungsansatz zur Bahnhofssanierung zuzustimmen.

Dieser sieht vor, dass sich die Gemeinde Neu-Eichenberg mit rund 68.800 Euro an der Modernisierung beteiligt, die insgesamt acht Millionen Euro kosten soll. Der Kreis hat signalisiert, 25 Prozent der kommunalen Kosten zu übernehmen, sodass für Neu-Eichenberg ein Anteil von 51.600 Euro verbleibt. „Das ist gemessen an unserer finanziellen Leistungsfähigkeit ein fairer Beitrag“, sagte Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth (SPD) gegenüber unserer Zeitung.

Abweichend von der Rahmenvereinbarung Hessen ist die Deutsche Bahn (DB) Station & Service nun bereit, den barrierefreien Ausbau zu finanzieren. Auf den Rückbau der alten Bahnanlagen, zum Beispiel die Verfüllung der Unterführungen, will die DB aber nicht verzichten. Die Finanzierung hierfür läge allerdings bei der Gemeinde Neu-Eichenberg, die das Geld nicht aufbringen kann.

Ilona Rohde-Erfurth

„Durch einen Baukostenzuschuss des Landes Hessen könnte dieses Dilemma einem guten Ende zugeführt werden“, heißt es im Antrag der Eichenberger Fraktionen. Unter Berücksichtigung der besonderen Situation sei eine Abweichung von der Rahmenvereinbarung vertretbar. „Wir fordern daher das Land Hessen auf, im Interesse der gesamten Region einer entsprechenden vertraglichen Regelung zuzustimmen.“

Jetzt müsse das Land Hessen Farbe bekennen, ob es den Ausbau des Schienennetzes unterstützen und den Nahverkehr stärken will, sagt Ilona Rohde-Erfurth. Bei der Entscheidung in Wiesbaden sei zudem Eile geboten. Die Bahn plane im Sommer 2017 eine Vollsperrung für Reparaturen an der Strecke zwischen Eichenberg und Kassel - ein idealer Zeitpunkt, um mit der Modernisierung und dem barrierefreien Ausbau zu beginnen. Dieser ist dringend nötig. Immerhin stellt der Eichenberger Bahnhof mit 3100 Ein- und Auspendlern pro Tag einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt für Nordhessen, Südniedersachsen und Thüringen dar.

Den ersten Finanzierungsvorschlag hatten sowohl die SPD- als auch die CDU-Fraktion als indiskutabel abgelehnt. Die 1800 Einwohner zählende Gemeinde sollte sich damals mit 960 855 Euro an der Sanierung beteiligen - für Neu-Eichenberg mit einem Haushaltsvolumen von 2,2 Millionen Euro ein unfassbar hoher Betrag.

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