Neu-Eichenberg: Kampfmittelräumdienst begleitet Bauarbeiten

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Sie führen die Bauarbeiten durch: (von links) Dirk Faust vom Wasserverband Leine-Süd, Matthias Walter von Hessen Mobil und Ulrich Brandl vom Ingenieurbüro Gajowksi.

Neu-Eichenberg. Seit vergangenem Oktober rollen in der Neu-Eichenberger Bahnhofstraße die Bagger. Immer mit dabei: Ein Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes, der konzentriert die Aushubarbeiten beobachtet.

„Dass der Kampfmittelräumdienst die Bauarbeiten beaufsichtigt, ist schon außergewöhnlich“, sagt Matthias Walter von Hessen Mobil. Aber warum? Wir haben nachgefragt.

Was wird überhaupt saniert?

Die Bahnhofstraße in Neu-Eichenberg bekommt nicht nur einen neuen Asphalt-Belag, sondern auch neue Wasserleitungen. Verantwortlich für die Bauarbeiten sind Hessen Mobil und der Wasserverband Leine-Süd.

Was macht der Kampfmittelräumdienst und warum ist er vor Ort?

Der Kampfmittelräumdienst entschärft und entsorgt Bomben, die nicht fachgerecht gelagert werden, sondern beispielsweise im Boden vergraben sind. Dazu gehören auch Blindgänger aus den Weltkriegen. In Neu-Eichenberg überwacht er die Aushubarbeiten, um mögliche Bomben gleich zu erkennen.

Heißt das, dass in der Bahnhofstraße eine Bombe liegt?

Nicht zwangsläufig. Neu-Eichenberg gilt als Verdachtsfläche: Im Zweiten Weltkrieg nutzte die Wehrmacht den Bahnhof als Umschlagplatz, der infolgedessen heftig bombardiert wurde. Normalerweise schätzt das Regierungspräsidium Darmstadt anhand von alten Luftaufnahmen, wo Bomben gefallen sind. Das Bildmaterial für Neu-Eichenberg ist aber nicht aussagekräftig genug. Um böse Überraschungen auszuschließen, muss der Kampfmittelräumdienst deshalb den Boden überprüfen. „Bislang haben wir aber nichts gefunden“, sagt Walter.

Hätte der Boden nicht auch anders überprüft werden können?

Normalerweise scannen die Experten den Boden mit einer Sonde. Das klappt aber in der Bahnhofstraße auch nicht, weil metallische Steine und Kabel das Signal stören.

Was kostet die Sanierung der Straße jetzt?

Der Landkreis und der Wasserverband bringen gemeinsam 1,26 Millionen Euro für die Sanierung auf. Für den Kampfmittelräumdienst kommen noch einmal 100 000 Euro dazu, die ebenfalls von den beiden getragen werden müssen. Wird eine Bombe gefunden, übernimmt das Regierungspräsidium Darmstadt die Kosten für die Entschärfung und Entsorgung.

Ab wann ist die Bahnhofstraße wieder nutzbar?

Die Zufahrt zum Neu-Eichenberger Bahnhof ist über Hebenshausen und den Bahnhofsweg seit dem 26. April wieder möglich. Die Bahnhofstraße selbst soll bis November 2016 fertig sein.

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