Entscheidung zum Sondergebiet Logistik

Neu-Eichenberger Acker darf bewirtschaftet werden

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Auf dem Sondergebiet Logistik darf wieder landwirtschaftlich gearbeitet werden. Das teilt die Hessische Landgesellschaft (HLG) in einer Pressemeldung mit.

Anfang vergangener Woche hatten Landwirte angefangen, das Areal zu mulchen und zu ackern (HNA berichtete). Dagegen gab es Proteste – unter anderem von Ackerbesetzern – und eine artenschutzrechtliche Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB).

Laut der Pressemitteilung hat es jetzt ein Abstimmungsgespräch zwischen einem Vertreter der UNB, einem Naturschutzsachverständigen sowie Vertretern der Gemeinde Neu-Eichenberg und deren Bauleitplaner gegeben. Dabei „wurden die rechtlichen Fragen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung im Bereich des geplanten Logistikgebietes erörtert.“

Das Fazit der Besprechung sei: „Landwirtschaft nach guter fachlicher Praxis kann ausgeübt werden“, heißt es in der Mitteilung. Wünschenswert sei eine strukturreiche Landwirtschaft mit möglichst verschiedenen Feldfrüchten. Damit werde der Artenschutz auf den Flächen wesentlich verbessert. „Wenn dazu noch weitere ackerbauliche Maßnahmen, wie die Anlage von Lerchenfenstern oder etwas größere Pflanzabstände im Getreide hinzukommen, dann ist für die Natur sehr viel erreicht.“

Ein weiteres Gespräch gab es mit Vertretern der Landwirte, die den Acker bearbeiten. Hierbei ging es um „Fragen unter Praxisgesichtspunkten“. Die Landwirte hätten sich offen gegenüber den Vorschlägen der UNB gezeigt. „So war schon nach kurzer Zeit das Bewirtschaftungskonzept in Hebenshausen einvernehmlich abgestimmt. Mit der Weiterbewirtschaftung wird, sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen, in Kürze begonnen“, heißt es abschließend.

Die Ackerbesetzer fordern indes einen Platz im neu gegründeten Arbeitskreis, der sich mit Alternativen zur Ackernutzung beschäftigt (HNA berichtete). In einer Pressemitteilung wird eine Aktivistin, die sich „Sascha“ nennt, zitiert: „Wir wollen an Alternativen für ein klimagerechtes Neu-Eichenberg mitwirken.“ Es sei absurd, die entschlossensten Gegner des Sondergebiets Logistik nicht mit an den Verhandlungstisch zu lassen.

Ziel der Ackerbesetzer sei eine „langfristige agrarökologische Nutzung der 80 Hektar. Daher dürfe auch die diesjährige Bewirtschaftung nicht entgegen guter fachlicher Praxis vorgenommen werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Besetzer hätten Vorschläge für eine pestizidfreie Bewirtschaftung erarbeitet. „Diese Vorschläge wollen wir mit den Landwirten besprechen, bevor weitere Fakten geschaffen werden.“

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