Kita-Änderungen

Neue Öffnungszeiten in Neu-Eichenbergs Kindergarten: Eltern sind sauer

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Streitpunkt Kindertagesstätte: Bei den Kleinen Eichen in Eichenberg-Bahnhof werden rund 50 Kinder betreut.

Neu-Eichenberg. Seltener geöffnet und teurere Verpflegung: Änderungen bei der Kindertagesstätte "Kleine Eichen" führten bei der Sitzung der Gemeindevertreter zu hitzigen Diskussionen.

Weder besinnlich noch ruhig, sondern hitzig ging es zu bei der Weihnachtssitzung der Neu-Eichenberger Gemeindevertreter am Montagabend. Rund 20 Eltern von Kindern der Kindertagesstätte „Kleine Eichen“ machten ihrem Unmut über geplante Reduzierungen der Öffnungszeiten und Erhöhungen des Essensgeldes Luft.

Geplant war, in der Satzung der Tagesstätte die bedarfsweise Inanspruchnahme für Nachmittagsbetreuung ab dem 1. August 2017 ebenso zu streichen wie die Betreuungszeit von 16.30 bis 17.30 Uhr - beides wegen zu geringer Nachfrage. Geöffnet hat die Tagesstätte ab 6.30 Uhr. Außerdem sollte bereits zu Anfang 2017 das Essensgeld - die Kinder werden mit Frühstück, Getränken und nachmittäglicher Teestunde voll verpflegt - von 15 Euro auf 30 Euro pro Monat für Kinder, die bis zu fünf Stunden die Einrichtung besuchen, erhöht werden. Für Kinder mit Ganztagsbetreuung sollten 40 Euro im Monat fällig werden.

Einstimmig folgten die Gemeindevertreter einem Antrag der Grünen-Fraktion, den Eltern vor der Abstimmung das Wort zu geben. Während diese unter anderem damit argumentierten, dass die Öffnungszeiten nötig wären, da Arbeitgeber immer mehr Flexibilität verlangen, erklärte Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth, dass die Nachfrage nach der flexiblen Betreuung im August, September und Oktober je vier Mal da gewesen sei, im November zwei Mal. Spätnachmittägliche Betreuung sei in drei Jahren nur für ein Kind angefragt worden. 

Sollten die bisherigen Angebote aufrecht erhalten werden, müsste auch das Personal vorgehalten werden, egal, ob es benötigt werde. Dies erhöhe das Defizit der Kindertagesstätte im Haushalt 2017 von rund 230 000 Euro auf rund 280 000 Euro. Während die Abgeordneten dem Änderungsantrag der Grünen folgten, die bedarfsweise Betreuung beizubehalten, lehnten sie den ebenfalls von den Grünen eingebrachten Antrag, die Betreuungszeit bis 17.30 Uhr zu erhalten, ab.

Zu erbosten Zwischenrufen der Eltern kam es, als Rohde-Erfurth die Kostenstruktur der Verpflegung vorstellte. Schlussendlich einigten sich die Abgeordneten auf den Grünen-Vorschlag, die Kosten für 2017 nur auf 22,50 Euro im Monat für bis zu fünf Stunden betreute und 27,50 Euro für ganztags betreute Kinder anzuheben. Gleichzeitig wolle man sich mit dem Thema weiter beschäftigen und das Essensgeld eventuell für 2018 nochmal anpassen. Eine Entscheidung, die die Eltern mit Applaus bedachten. Das hierdurch zu erwartende Mehr-Defizit des Kindergartens wird im Haushalt 2017 rund 5500 Euro betragen. Dem Vorschlag von Grünen-Chefin Bettina Biehler, dies durch einen Kredit gegenzufinanzieren, erteilte Rohde-Erfurth die Absage, dass dies unzulässig sei.

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