Platz zum Wohnen und Arbeiten

Besitzer will die Domäne Marzhausen umbauen

Noch wird hier nur Landwirtschaft betrieben: Zukünftig wünscht sich der Besitzer, hier Wohn- und Arbeitsräume zu schaffen.
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Noch wird hier nur Landwirtschaft betrieben: Zukünftig wünscht sich der Besitzer, hier Wohn- und Arbeitsräume zu schaffen.

Während der Gemeindevertretersitzung stellte Paul Behrens seine Pläne für die Domäne Marzhausen vor.

Neu-Eichenberg – Sie wird zwar landwirtschaftlich genutzt, aber wenn es nach Paul Behrens geht, dann soll auf der Domäne Marzhausen bald deutlich mehr Leben herrschen. Er will in dem alten Gebäudekomplex Wohn- und Arbeitsraum schaffen, berichtete er am Montag während der Sitzung der Gemeindevertreter.

Dafür hat der Architekt Georg Hefter für das Haupt- und Verwalterhaus sowie die Nebengebäude eine Studie erstellt, welche Möglichkeiten es gibt. Herausgekommen ist, dass erst einmal 10 Wohnungen im Verwalterhaus entstehen sollen, diese sollen später auf 30 aufgestockt werden. Dazu sollen Arbeitsräume oder auch Platz für ein gastronomisches Angebot wie eine Kneipe entstehen.

Den Anfang hat Behrens bereits gemacht, indem er das alte Speichergebäude so umbaut, dass die Heizung von Öl auf Holzhäcksel umgebaut werden kann. Was zum zweiten großen Projekt führt, das Behrens angedacht hat. Da die Domäne gegenüber des Baugebiets Vogelhof liegt, schlägt er vor, auf diesem schon seit einigen Jahren ausgewiesenen Bauland eine Siedlung entstehen zu lassen. Diese könnte durch die Heizung der Domäne mit Energie versorgt werden. Dazu stellte er den Gemeindevertretern die Frage, ob sie sich vorstellen können, das gesamte Gebiet von rund 2,45 Hektar zu beplanen, oder nur die aktuell vorgesehene Hälfte mit rund 1,05 Hektar für zwölf Bauplätze zu nutzen.

Wie Bauplaner Christoph Henke erläuterte, soll ein offenes, mit Treffpunkten versehenes Wohngebiet entstehen. Er stellte dar, dass die Nachfrage nach Bauland aktuell hoch sei und die Ausweisung von Bauplätzen an anderen Stellen der Gemeinde schwieriger.

Obwohl, wie Henke erläuterte, hier Paragraf 13 b des Baugesetzbuchs greife, nach dem bei Bebauung kein Ausgleich erfolgen muss, plädierte Grünen-Fraktionschefin Bettina Biehler für einen solchen. Zudem sollte die Öffentlichkeit einbezogen werden. Antonia Ley von den Linken begrüßte das Hofprojekt, erklärte aber, sie sehe die Flächenversiegelung kritisch.

Schlussendlich folgten die Parlamentarier – die sich nahezu durchweg wohlwollend zu dem Vorhaben äußerten – dem Vorschlag der Grünen, das Vorhaben ausführlich im Klima-, Bau- und Umweltausschuss zu besprechen. Auch hinsichtlich der Frage, welche Auswirkungen es auf den Flächennutzungsplan der Gemeinde hat.

Direkte Zustimmung erhielt Behrens hingegen bei seinem Ansinnen, ein Grundstück der Gemeinde zu kaufen. Wie Bürgermeister Jens Wilhelm (SPD) erklärte, gibt es an das Gelände der Domäne angrenzend einen Grünstreifen. Dieser wurde vor etlichen Jahren von Behrens‘ Vorfahren mit einem Schuppen bebaut. Als Behrens nun einen Bauantrag für sein Projekt stellte, kam heraus, dass das Grundstück nicht ihm gehört. Das änderte das Parlament. Einstimmig votierten die Gemeindevertreter dafür, dass er die 1525 Quadratmeter große Parzelle für 15 000 Euro kaufen darf. (nde)

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