Von Eichenberg nach Hebenshausen

Poststelle wechselt Ortsteil: Umzug sorgt für Unmut

Poststelle in Eichenberg: Rolf Hammer gibt hier gerne sein Päckchen auf. Er will nicht, dass die Filiale nach Hebenshausen umzieht. Foto: C.Hartung

Neu-Eichenberg. Ab dem 1. Dezember ist die Poststelle in Neu-Eichenberg nicht mehr im Ortsteil Eichenberg, sondern in Hebenshausen. Doch einige Mitarbeiter und Bewohner sind darüber gar nicht erfreut.

Mit gemischten Gefühlen betritt Rolf Hammer die Poststelle in Eichenberg, um sein Päckchen aufzugeben. Denn ab dem 1. Dezember wird es die Filiale im Dorfgemeinschaftshaus nicht mehr geben. Sie zieht in die Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung in den Ortsteil Hebenshausen.

Doch der Umzug stößt bei einigen Postkunden auf Unmut. Und auch Alexandra Luerwig, die in der Filiale arbeitet, ist ganz und gar nicht erfreut. Sie überraschte die Nachricht vom Umzug: „Uns hat niemand gesagt, dass die Post am 1. Dezember umzieht. Wenn die Filiale in Hebenshausen ist, lohnt es sich für mich nicht mehr. Das ist nur ein Nebenjob“, erzählt Luerwig. Laut Ilona Rohde-Erfurth (SPD), der Bürgermeisterin von Neu-Eichenberg, habe man auf der Poststelle allerdings mit Begeisterung auf den Umzug reagiert. „Die Mitarbeiterinnen zeigten sich erfreut, da sie ein mulmiges Gefühl allein in dem großen Gebäude hatten.“

Auch Postkunde Rolf Hammer findet die Verlegung der Filiale vom 850 Einwohner Ortsteil Eichenberg nach Hebenshausen, wo knapp 500 Menschen wohnen, „eine Frechheit“. „Wir haben hier in Eichenberg gar nichts. Keinen Frisör, keinen Lebensmittelladen, nichts. Jetzt will man uns auch noch die Post weg nehmen.“

Für die Gemeinde bedeute der Umzug jedoch eine enorme Geldersparnis, erklärte Rohde-Erfurth auf HNA-Anfrage. Das Dorfgemeinschaftshaus stehe eigentlich leer. „Lediglich wegen zwei Stunden, an denen die Post geöffnet hat, müssen wir dort heizen.“ Im Winter müsse außerdem extra ein Mitarbeiter vom Bauhof kommen, um den Weg zur Posstelle zu streuen. „Das wird bei der Gemeinde in Hebenshausen ohnehin gemacht.“ Und Rohde-Erfurth nennt noch einen weiteren Grund: Die Postfiliale in Hebenshausen könne barrierefrei erreicht werden. „Menschen mit Einschränkungen haben es dann leichter.“ Doch Rolf Hammer lässt diesen Grund nicht gelten. „Bei Wahlen im Dorfgemeinschaftshaus wird immer eine Rampe über die Stufe gestellt. Wieso geht das jetzt nicht?“, fragt sich der Rentner.

Auch Postkundin Elisabeth Neumann findet sehr schade, dass die Filiale den Standort wechselt. „Selbst wenn ich in Witzenhausen war, habe ich meine Briefmarken immer hier gekauft. Ich habe die Poststelle immer unterstützt, damit sie hier bleibt.“

Zentraler Ort 

Thomas Kutsch von der Post-Pressestelle Nord erklärt, dass es üblich sei, Filialen an einem zentralen Ort zu platzieren. „Wir müssen dahin gehen, wo auch viele Leute hinkommen. Und das ist hier die Gemeindeverwaltung, da im Ort kein Einzelhandelsgeschäft ist, in dem die Post betrieben werden könnte.“ Am Angebot werde sich nichts ändern. Er betrachtet den Umzug positiv: „Die einen ärgern sich eben, dafür freuen sich die Bewohner in Hebenshausen.“

Von Carolin Hartung

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