Mit dem Schweißhund auf der Suche nach Wild

Schweißhundeausbildung: Alexandra Freiin von Bischoffshausen und ihr Vierbeiner Ibs bei der Arbeit. Foto: Schröter

Berge. Alexandra Freiin von Bischoffshausen ist seit zwölf Jahren anerkannte Schweißhundeführerin. Mit ihrer Alpenländischen Dachsbracke Ibs sucht sie angeschossenes Wild.

„Los Ibs, such“, sagt Alexandra Freiin von Bischoffshausen. Sofort nimmt der junge Schweißhund die Fährte auf. Während seine Besitzerin an der langen, roten, locker zu Boden hängenden Führleine hinterherläuft, hat Ibs die Nase dicht über dem Boden und erschnüffelt sich den Weg. An dessen Ende wartet ein Leckerchen, mit dem Freiin von Bischoffshausen zuvor die Fährte gelegt hat. Doch erst als sie das Kommando gibt, darf Ibs seine Belohnung vernaschen. Die Freude über die gelungenen Übung scheint auf beiden Seiten gleich groß zu sein.

Seit zwölf Jahren ist Alexandra Freiin von Bischoffshausen anerkannte Schweißhundeführerin. Der Name bezieht sich auf das Blut von Wildtieren, das im Jägerjargon als Schweiß bezeichnet wird. Ein Schweißhund ist dafür ausgebildet, ein angeschossenes oder verletztes Wildtier auch über eine größere Distanz aufzuspüren und zu finden.

„Ich bin selbst Jägerin und wurde in eine lange jagdliche Tradition hineingeboren“, erzählt die Architektin aus Berge. Schon 1965 habe ihr Vater die erste Alpenländische Dachsbracke, eine von nur drei offiziell zugelassenen Schweißhundrassen, selbst aus Österreich geholt. „Ich bin also mit dieser Rasse groß geworden“, sagt die 45-Jährige, die ihren ersten eigenen Hund vor 14 Jahren anschaffte. „2004 habe ich mit ihm die letzte Prüfung abgelegt und dann bis zu seinem Tod vor zwei Jahren mit ihm gearbeitet“, so von Bischoffshausen. Ihr jetziger Hund Ibs ist jetzt zwei Jahre alt und steht kurz vor der entscheidenden Prüfung.

Charakteristisch für die Alpenländische Dachsbracke ist seine Eignung zum Familienhund. „In der Regel sind diese Hunde nett und niedlich, aber sie brauchen sehr viel Arbeit und Beschäftigung.“ Das und ihre ausgesprochen gute Nase sind zwei der Gründe, warum Hunde dieser Rasse ausschließlich an Jäger abgegeben werden.

Während der Ausbildung zum Schweißhund, die mindestens zwei Jahre dauert und die schon im Welpenalter beginnt, wird die Nase zunächst mit einer Futterschleppe geschult. Dabei wird ein Stück Fleisch oder Pansen am Faden durchs Gras gezogen und der Hund muss dann der Fährte folgen. „Früher wurde dann auf Schweiß gewechselt, doch heute wird viel mehr mit Trittschuhen gearbeitet“, sagt von Bischoffshausen. Dabei wird mit Wildschweinläufen eine Fährte gelegt. „Das wird gemacht, weil angeschossene Tiere nicht immer Blut verlieren“, erklärt sie. Und mit dieser Art der Nachsuche werde gewährleistet, dass auch solche Tiere gefunden und von ihrem Leid erlöst werden können.

„Ich bin Schweißhundeführerin, weil die Arbeit mit dem Hund schön und intensiv ist“, schwärmt Alexandra Freiin von Bischoffshausen. „Aber auch, weil mir die Tiere im Wald sehr wichtig sind und kein Tier unnötig leiden soll.“

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