Derzeit viele Nachfragen von Firmen

Sondergebiet bei Neu-Eichenberg: Logistiker können kommen

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Zufahrt von Südwesten: Von der Bundesstraße 27 (linker Bildrand) aus soll zwischen den Abzweigen zur Ernst-Reuter-Schule und nach Berge die Zufahrt  zu dem 80 Hektar großen Sondergebiet Logistik südlich von Hebenshausen (im Bild hinten) gebaut werden. Vorne sieht man Eichenberg- Bahnhof.

Hebenshausen. Schon in den nächsten Tagen und Wochen sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass interessierte Firmen ihre Ansiedlungspläne schnell umsetzen und im großen Sondergebiet Logistik südlich von Hebenshausen bauen können.

Den Weg dazu bereitete die Gemeindevertretung von Neu-Eichenberg in ihrer Sitzung am Montagabend im Bürgertreff in Hebenshausen: Bei Gegenstimmen der Grünen-Fraktion und einer Enthaltung aus den Reihen der CDU votierte das Parlament dafür, dass die Gemeinde jetzt die Vereinbarung mit der hessischen Landgesellschaft (ALG) abschließt. Dann kümmert sich die ALG um den Erwerb der Grundstücke und deren Zusammenlegung und übernimmt die Komplett-Vermarktung.

Zudem beschlossen SPD und CDU beim Nein der Grünen, dass man auf eine Planung der B-27-Westumgehung von Hebenshausen vorerst verzichtet.

Auch das wurde als Voraussetzung genannt, die schon 2013 eingeleitete Änderung des Bebauungsplanes nun auch umsetzen zu können. Sonst hätten Planungen von Hessen Mobil dem im Wege gestanden. Doch die Ortsumgehung war jüngst sowieso aus dem vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 rausgeflogen.

Die bereits als Ausgleich für den Straßenbau vorgesehene Renaturierung des auch als Hüttenborn bezeichneten Hebenhäuser Baches südlich entlang des Dorfes könne aber trotzdem realisiert werden.

Mit den beiden Anträgen war das Gemeindeparlament kurzfristig konfrontiert worden. Zum einen seien, wie Planer Christoph Henke in der Sitzung erläuterte, jetzt alle erforderlichen Voraussetzungen für die seit 2013 laufende Änderung des Bebauungsplanes geschaffen worden.

Zum anderen stieg das Interesse an einer Gewerbefläche seit 2016. Allein in diesem Jahr hätten schon sieben Logistiker über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft nachgefragt, sagte Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth (SPD). So sollten die Gemeindevertreter am Montag Chancen und Risiken abwägen, wie die Rathaus-Chefin auch deutlich machte.

Im schlechtesten Fall muss die Gemeinde die unbebauten Flächen in etlichen Jahren für rund vier Millionen Euro zurückkaufen und noch eine weitere gute Million Euro übernehmen, die bisher an Aufwendungen bei der ALG schon aufgelaufen sind. Ohne Vermarktung und Verkauf von Flächen könne aber, so Rohde-Erfurth, gar kein Geld mehr zurückkommen. Nun hofft sie, dass im besten Falle schon im Sommer mit dem Errichten erster Lagerhallen begonnen wird.

Die Grünen wollten so kurzfristig nicht entscheiden und beantragten – nach einer zehnminütigen Sitzungsunterbrechung – zunächst noch Beratungen im Bau- und Umweltausschuss. Das lehnte die SPD aber ab und die CDU enthielt sich. 

Hintergrund: Wall wird kleiner, Straße schmaler

Das 800 000 Quadratmeter (80 Hektar) große Sondergebiet Logistik wird nicht mehr, wie zunächst geplant, über einen Kreisel nahe der Domäne erschlossen, sondern erhält die Zufahrt von der B 27 am Übergangsstück zwischen dem ausgebauten und dem schmaleren Stück der Bundesstraße zwischen den Abzweigen zur Schule und nach Berge. Dort, im südwestlichen Teil des Gebietes, wird auch eine über einen Hektar große Fläche speziell für ortsansässige Gewerbebetriebe geschaffen. Der als Lärmschutz gedachte Wall um das Areal wird nicht so hoch und breit, auch die Straße wird nur gut halb so breit wie ursprünglich geplant.

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