Fläche soll gemulcht und eingesät werden

Sondergebiet Logistik: Gegner hindern Hessische Landgesellschaft an Arbeiten

+
Vorsicht! Ein Schild warnt vor Stahlschrott auf dem geplanten Sondergebiet Logistik bei Hebenshausen.

Ein großer Traktor steht am Montag am geplanten Sondergebiet Logistik im Neu-Eichenberger Gemeindeteil Hebenshausen. Davor Gegner des Logistikgebiets. 

Sie diskutieren mit Joachim Kothe und Dr. Ulrich Hoppe von der Hessischen Landgesellschaft (HLG). Was ist passiert? Am Montagmorgen kommen Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm, HLG-Geschäftsführer Dr. Gerald Kunzelmann und Projektleiter Kothe in das Camp der Ackerbesetzer. Einem der Aktivisten, der nicht namentlich genannt werden möchte, teilen sie mit, dass „sie zeitnah mit der Bewirtschaftung der Fläche beginnen wollen“, berichtet er. Es soll gemulcht und Weidelgras gesät werden. Das Camp solle durch Flatterband von den Arbeiten abgegrenzt werden.

Aktuell würden die Campbewohner besprechen, wie sie vorgehen wollen, wenn die Arbeiten losgehen. „Wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass hier gearbeitet wird. Es gibt Dinge auf dem Acker, die zur Zerstörung von Landmaschinen führen können.“ Er spricht damit Schilder an, die am Gelände stehen. Darauf zu lesen: „Vorsicht! Große Mengen Stahlschrott sind auf diesem Gelände gefunden worden. Bitte äußerste Vorsicht beim Betreten oder Befahren walten lassen.“

Vor dem Gelände erklären indes Kothe und Hoppe, dass sie am Montag um 13 Uhr von den zuständigen Ministerien für Umwelt und Wirtschaft den Auftrag bekommen haben, das Gelände zu bewirtschaften. Ein Auftrag, zu dem die Gegner gerne etwas Schriftliches hätten. „Wir brauchen keine Freigabe, damit wir auf unserer Fläche eine landwirtschaftliche Maßnahme durchsetzen“, entgegnet Kothe.

Nachdem das Gelände wegen des hohen Unkrauts erst gemulcht werden soll, werde danach Weidelgras darauf gesät, erklärt er. Nach der ersten Ernte folge eine zweite, um Saatgut zu erhalten. Der Anbau erfolge ökologisch. Für Weidelgras habe sich die HLG entschieden, da es recht schnellwüchsig sei und ohne Pestizide auskomme.

Bereits in einem früheren Gespräch erklärte Eschenbacher, eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung könne dazu beitragen, seltene Tierarten zu vergrämen.

Unterdessen haben Gegner des Logistikgebiets die Untere Naturschutzbehörde (UNB) eingeschaltet. Nach einem Telefongespräch berichtet Hoppe, dass sich die UNB mit den Ministerien besprechen werde.

Gegen 16.15 Uhr erklärt Kothe auf telefonische Nachfrage, dass die UNB nicht gegen die Bewirtschaftung des Geländes sei, die Gegner des Logistikgebiets würden den Traktor jedoch weiterhin nicht fahren lassen. Polizei sei vor Ort, die Spitzen von HLG und Polizei würden über die Situation sprechen. Ob und wenn ja, ab wann, das Gelände bewirtschaftet werden kann, stand bis Redaktionsschluss nicht fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.