Stoffbahnen als Symbol

Aktionstag gegen Bodenversiegelung in Hebenshausen

Menschen rollen lange Stoffbahnen auf einem Acker aus.
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Mit Stoff bedeckt: 60 Teilnehmer zeigten anhand von alten Bettlaken, was die Versiegelung einer Fläche von 2000 Quadratmetern, der Fläche, die alle fünf Minuten in Deutschland versiegelt wird, für Ausmaße hat.

Mit einer beeindruckenden Aktion hat die Bürgerinitiative (BI) für ein lebenswertes Neu-Eichenberg am Samstag für Bodenschutz und gegen die zunehmende Versiegelung von Flächen protestiert.

Hebenshausen - „Gib Stoff gegen Flächenversiegelung“ lautete das Motto der Veranstaltung, die im Rahmen eines hessenweiten Bodenschutz-Aktionstages stattfand und bei der rund 60 Teilnehmer auf dem umkämpften Acker am Hebenshäuser Bauhof, auf dem ein Logistikgebiet entstehen soll, eine Fläche von 2000 Quadratmetern (80 Meter lang und 25 Meter breit) mit bunten Stoffbahnen bedeckten. Damit sollte bildlich dargestellt werden, wie viel Fläche alle fünf Minuten in Deutschland versiegelt wird.

„Jeden Tag werden in unserem Land 60 Hektar Bodenfläche versiegelt, das ist ungefähr so viel wie 84 Fußballfelder“, sagte Carlotta Schmidt von der Fridays-for-Future-Gruppe Neu-Eichenberg, die sich an der BI-Aktion beteiligte. „Fläche ist aber eine endliche Ressource, mit der wir Menschen sorgsam umgehen müssen“, betonte Schmidt, die für ihre abschließende Feststellung „Bodenschutz ist Klimaschutz“ stürmischen Applaus der Anwesenden erntete.

Mit der Frage „Müssen wir hier in Eichenberg eigentlich immer die großen Themen wälzen?“ begann Mitorganisatorin und BI-Sprecherin Anja Banzhaf ihren Redebeitrag. „Ja, müssen wir!“, antwortete sie sich selbst. „Es geht nicht nur um unseren eigenen Hinterhof und nicht nur um unsere kleine Gemeinde, sondern um das Große und Ganze.“ Man sei ein Teil von diesem Ganzen und nur, wenn alle im Kleinen etwas ändern würden, werde sich auch im Großen etwas ändern. „Ein ‘weiter wie bisher’ ist einfach keine Option.“ Wertvolle Böden wie der Acker in Neu-Eichenberg würden für eine gesunde und zukunftsfähige Landwirtschaft dringend gebraucht. „Wir sollten jeden Quadratmeter Boden wertschätzen und uns ganz genau überlegen, welche Nutzung im Sinne eines ‚guten Lebens für alle‘ zukunftsfähig ist“, sagte BI-Sprecherin Britta Mallach.

Der Dank der beiden Mitorganisatorinnen ging an die BI-Mitglieder, die im Vorfeld der Aktion 200 gebrauchte Bettlaken gesammelt und zu 20 Stoffbahnen von jeweils 40 Meter Länge aneinandergenäht hatten. Außerdem dankten sie den übrigen Akteuren, die trotz sengender Hitze einen Infostand und einen Aktionsstand für Kinder auf die Beine gestellt hatten. (Per Schröter)

Anja Banzhaf

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