Polizei vermutet Spülmittel

Aggressive Substanz in Teich gekippt: Unbekannte töten fast 50 Fische

Schaum auf dem Teich vor „Michaels Zierfischzucht“ in Hebenshausen
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Schaum auf dem Teich: Unbekannte haben vermutlich Spülmittel in den Gartenteich gekippt.

Fast 50 Fische mussten in Neu-Eichenberg sterben, weil ein Unbekannter eine Substanz in den Teich der Tiere geschüttet hat. Die Besitzer sind entrüstet.

Neu-Eichenberg – Unbekannte haben am Montag vermutlich zwischen 8 und 10.45 Uhr vor „Michaels Zierfischzucht“ in Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) eine unbekannte Substanz in die beiden kleinen Teiche gekippt – und töteten so zwischen 40 und 50 Fische.

Die Polizei hat den Tatort am Montag (12.10.2020) angeschaut und ermittelt derzeit wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung. Am Dienstagmorgen war immer noch dichter weißer, zum Teil flockiger Schaum auf dem Teich zu sehen, wie Dietlinde Rost, die Mutter des Firmeninhabers Michael Rost, fürs Foto zeigt.

Eigentlich sollte der kleine Schwarm von Regenbogenelritzen und Rotfedern Interessierte vor dem Laden von „Michaels Zierfischzucht“ in Hebenshausen zeigen, wie lebendiger Gartenteich funktionieren kann. Doch als Dietlinde Rost am Montag von Nachbarn über die kniehohen Schaumberge im Teich informiert wurde, waren alle Fische tot. 40 bis 50 Tiere lebten laut Rost in dem Teich.

Dietlinde Rost zeigt die verunreinigten Teiche vor dem Laden ihres Sohnes in Hebenshausen.

Es habe nach Spülmittel oder Seife gerochen, berichtet Dietlinde Rost, die sich während des Urlaubs ihres Sohnes um die Fische gekümmert hatte. Das Mittel im Teich sei aggressiv gewesen und habe teils die Haut der Fische zersetzt. Die Polizei tippt derzeit auch auf eine Verunreinigung mit Spülmittel. Jetzt ermitteln die Beamten wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung.

Rost geht davon aus, dass er die Filter, die Pumpen und vielleicht auch den Kies am Teich austauschen muss, weil die Substanz überall hingekommen ist. In einem Telefonat mit unserer Zeitung schätzt er die Kosten, um den Schaden zu beheben, auf 2000 bis 3000 Euro.

Rost machte den Vorfall selbst im sozialen Netzwerk Facebook öffentlich, um nach Zeugen zu suchen. Bis Dienstagmittag (13.10.2020) wurde der Beitrag 27.000 Mal geteilt, mehr als 600 Menschen drückten ihr Mitgefühl in Kommentaren aus. Angesichts der vermuteten Tatzeit am Montagmorgen und der Schulferien geht Rost von einem „Dumme-Jungen-Streich“ aus, macht aber auch klar, dass es sich dabei um Tierquälerei handelt.

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