Weiterer Schritt für Baugebiet

Neu-Eichenbergs Parlament votiert für Areal am Heideweg

Auf diesem Areal am Heideweg in Eichenberg Dorf sollen Bauplätze entstehen.
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Auf diesem Areal am Heideweg in Eichenberg Dorf sollen Bauplätze entstehen.

Neu-Eichenbergs Gemeindevertreter ebnen den Weg für ein Baugebiet am Heideweg in Eichenberg Dorf.

Neu-Eichenberg – Zwei Tage lang beschäftigten sich Neu-Eichenbergs Gemeindevertreter mit dem möglichen Neubaugebiet Heideweg in Eichenberg Dorf.

In einer ausgedehnten Debatte sprachen die Parlamentarier darüber, wie auf dem an den Weg angrenzenden Areal ein Baugebiet entstehen kann. Das Problem: Angrenzend an das Baugebiet gibt es einen Aussiedlerhof, der vor 30 Jahren von der Uni Kassel als Versuchshof gepachtet wurde. Wie Bauplaner Christoph Henke vom gleichnamigen Ingenieurbüro erläuterte, wurde der Hof ursprünglich für die Haltung von Schweinen und Kühen genehmigt. Auf dem von der Uni Kassel gepachteten Betrieb würden allerdings nur 20 Schafe gehalten und die Mistplatte ist belegt, sonst wird dort Grünlandbau betrieben. 2014 habe es den Entschluss gegeben, das Gelände zu erschließen.

Für das Gebiet wurde daher eine Geruchsabschätzung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Wenn der Betrieb weiter so von der Uni Kassel geführt wird, liegt die Häufigkeit der Geruchsstunden bei drei bis zehn Prozent und damit im verträglichen Rahmen. Wird der Hof nach der ursprünglichen Genehmigung mit Kühen und Schweinen betrieben, liegt die Häufigkeit bei 4 bis 16 Prozent – womit die Verträglichkeit teilweise überschritten wird.

Aus der Abwägung zum Bauleitverfahren erläuterte Henke, dass sich der ursprüngliche Eigentümer daher in seiner Existenz bedroht sieht, sollte ein Wohngebiet entstehen. Grünen-Fraktionschefin Bettina Biehler sieht darin ein Konfliktpotenzial. „Wir sollten einen Ausgleich herstellen zwischen der Hofstelle und den Bauherren.“ Henke schlug unter anderem vor, dass man das Bau-Areal statt in ein Wohngebiet in ein dörfliches Wohngebiet umwidmet. Hier dürften höhere Geruchsemmissionen entstehen. Dafür müsste allerdings eine zweite landwirtschaftliche Hofstelle oder ein Handwerksbetrieb angesiedelt werden. Hierfür seien jedoch die Interessenten nicht da. Einig waren sich Biehler und Henke: Wenn die Hofstelle mit einbezogen wird, dann ginge es in der geplanten Form.

Matthias Schmidt, Fraktionsvorsitzender von Miteinander für Neu-Eichenberg (MfNEB), regte an, eine Planungskommission zu gründen, um alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Henke entgegnete, dass bereits mit allen gesprochen wurde.

Nachdem sich die Parlamentarier auf eine Vertagung geeinigt hatten, regte die Grünen-Fraktion an, die Bauplanung noch einmal in den Klima-, Bau- und Umweltausschuss zu überweisen, dem die übrigen Fraktionen nicht zustimmten. Nach einer Sitzungspause brachte Schmidt den Antrag ein, dass die Bebauung so vorgenommen werden soll, dass der Hof Bestandsschutz erhält. Auf Hinweis von Biehler, dass genau dies in einem bestehenden Änderungsantrag der Grünen stehe, zog Schmidt den Antrag von MfNEB zurück. Bei zwölf Ja-Stimmen entschlossen sich die Gemeindevertreter schlussendlich für den Änderungsantrag der Grünen, der um einen Hinweis von Henke ergänzt wurde, das Baugebiet als dörfliches Wohngebiet umzuwidmen. Zudem soll das Areal um die Hofstelle erweitert werden. Die Parlamentarier sprachen sich für den Antrag der Grünen aus, dass Stein- und Kiesgärten unzulässig seien. Keine Zustimmung gab es für die Anträge, dass zwingend Solarenergie auf allen Dachflächen erzeugt werden soll, fossile Brennstoffe unzulässig sind und Niederschlag auf den Grundstücken versickern muss.

Der Bebauungsplan geht nun in die Offenlegung. (nde)

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