Astrid Menzer plant Praxis im alten DGH von Altefeld

Neue Ärztin für Herleshausen im DGH Altefeld

Hübsch, aber mit Sanierungsstau: Die Gemeinde Herleshausen (links Bürgermeister Lars Böckmann) und die Ärztin Astrid Menzer wollen das alte Dorfgemeinschaftshaus zu einer Praxis umbauen.
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Hübsch, aber mit Sanierungsstau: Die Gemeinde Herleshausen (links Bürgermeister Lars Böckmann) und die Ärztin Astrid Menzer wollen das alte Dorfgemeinschaftshaus zu einer Praxis umbauen.

Die ärztliche Versorgung in der Gemeinde Herleshausen wird sich mit Beginn des nächsten Jahres deutlich entspannen. In das Dorfgemeinschaftshaus von Altefeld wird eine neue Ärztin einziehen. Astrid Menzer aus Holzhausen übernimmt hier einen Kassensitz.

Herleshausen - „Damit verdoppeln wir die Arztkapazitäten“, sagt Bürgermeister Lars Böckmann. Die Gemeinde Herleshausen unterstützt das Projekt finanziell. Die Situation in Herleshausen war in den vergangenen Jahren prekär, nachdem drei Ärzte der Gemeinde aus verschiedenen Gründen den Rücken gekehrt hatten. Mit nur noch einer Ärztin in Herleshausen sei der Grundbedarf „gerade so“ gedeckt worden, beschreibt Böckmann die Situation. Zwar sei dann immer noch ein Arztsitz vakant, die Situation entspanne sich aber deutlich. Am Anfang der Woche hat der Gemeindevorstand der Vermietung des DGH als Arztpraxis ohne Gegenstimme zugestimmt, gestern Nachmittag haben Astrid Menzer und Lars Böckmann den unbefristeten Mietvertrag unterzeichnet.

Gebäude ist für Praxis ideal

Bis aus dem Gemeinschaftshaus eine Gemeinschaftspraxis wird, sind noch viele Arbeiten nötig. Eine geeignete Immobilie zu finden sei allerdings nicht einfach gewesen. Astrid Menzer findet das Gebäude ideal – trotz einiger Baumängel. „Es liegt in der Mitte der Gemeinde, es ist ebenerdig und barrierearm, besitzt viel Tageslicht, Parkflächen vor der Tür, eine gute Breitbandversorgung, um auch Telemedizin anzubieten und möglicherweise sogar einen Hubschrauber-landeplatz nebenan“, zählt die Medizinerin die Vorteile auf.

Platz für zweiten Arzt

Außerdem wäre hier auch Platz, einen weiteren Arzt aufzunehmen. Rund 210 Quadratmeter Fläche stehen für die Arztpraxis jetzt zur Verfügung. Böckmann spricht von einer Grundertüchtigung, die die Gemeinde als Eigentümerin des Hauses vornehmen muss. 250 000 Euro stehen dafür im Haushalt 2021 schon bereit. Weitere 150 000 Euro wären für 2022 vorgesehen. Auch die Mieterin muss wohl nochmal einen sechsstelligen Betrag investieren. Die Raumaufteilung muss geändert werden, die Dämmung erneuert und eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden. Für die öffentliche Nutzung der Dorfbewohner bleibt auch noch Fläche. Ein Besprechungsraum, Küche und Toilette bleiben auf etwa einem Drittel der Fläche für die Allgemeinheit bestehen. Sowohl Böckmann als auch Menzer sprechen von einer Win-Win-Situation: das alte DGH wird erhalten und modernisiert, die Gemeinde Herleshausen bekommt einen weiteren Arztsitz.

Astrid Menzer arbeitet derzeit als angestellte Ärztin im Schlaflabor des Klinikums Werra-Meißner in Eschwege. Eine Facharztausbildung hat sie sowohl in Herzchirurgie als auch für Innere Medizin gemacht – hausärztliche Versorgung eingeschlossen. Durch den Notstand an Arztpraxen auf dem Land sei ihr bewusst geworden, dass man handeln müsse. „Es gibt hier ein großes Patientenklientel mit hausärztlichen Bedürfnissen“, sagt die Frau aus Brandenburg, die vor drei Jahren mit ihrem Mann Peter Niemann in den Südringgau gekommen war. Die neue Praxis soll papierarm geführt werden. Termine werden hauptsächlich online vergeben. EKG und Ultraschall sollen genauso möglich sein wie schlafmedizinische Untersuchungen. Die ersten Mitarbeiterinnen hat sie auch schon akquiriert. Die beiden Assistentinnen kommen aus Herleshausen.

Um den Zeitplan einhalten zu können, will die Gemeinde Herleshausen jetzt schnell handeln. Ein Bauantrag ist bereits eingereicht, ein Architekt plant bereits den Umbau. Die Vergabe der einzelnen Gewerke werden jetzt ausgeschrieben. Die Praxisarbeit soll – wenn vielleicht auch erst mal nur hinter den Kulissen – in den ersten Wochen des nächsten Jahres starten. (Tobias Stück)

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