Neue Blitzer sorgen jetzt im Werra-Meißner-Kreis für Gewinn

Tempomessungen im Landkreis Werra-Meißner: Im Bild ein Messgerät der Stadt Witzenhausen an der Einmündung der B27/B80 nahe der Kirschenstadt, die auch Mitglied im Ordnungsbehördenbezirk ist. Foto: Ulbrich

Werra-Meißner. Fast jeder fotografiert seit Jahren digital, nur Temposünder wurden bis vor wenigen Monaten noch auf alten Schwarzweiß-Filmen abgelichtet.

Jetzt haben die Kommunen im nördlichen Kreisteil aufgerüstet und ein digitales Blitzgerät für rund 50.000 Euro angeschafft. Vorteile der neuen Technik: „Sie ist unauffällig, präzise und günstig, weil der einfache Aufbau Zeit und Personal spart“, sagt Michael Zimmermann, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung der Stadt Witzenhausen.

Seit einem knappen Jahr ist die neue Messanlage im Einsatz - Zeit für eine erste Bilanz des Ordnungsbehördenbezirks, in dem Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau, Neu-Eichenberg und Berkatal zusammengeschlossen sind. Die fällt positiv aus. Nachdem die Tempokontrollen 2012 und 2013 noch Verlustgeschäfte von 29.000 und 47.000 Euro pro Jahr waren, blieb 2014 wieder ein Plus von 16.600 Euro übrig. Zimmermann dazu: „Das gängige Vorurteil vieler Autofahrer, die Gemeinden füllen mit Verwarngeldern das Stadtsäckl, stimmt nicht. Wir sind froh, wenn wir plus-minus null aus der Sache rauskommen.“

Wer nun der Meinung ist, dann könnten die Gemeinden das Blitzen doch lassen, der irrt. Denn Verkehrsüberwachung ist eine hoheitliche Aufgabe der Kommunen mit dem Ziel, Unfälle zu verhüten und Gefahren entgegenzuwirken. „Wir messen auf Anforderung der Ordnungsämter an verschiedenen Stellen, insbesondere an Unfall- und Gefahrenpunkten wie Kreuzungen von Bundesstraßen, Schulen und Bushaltestellen“, sagt Ordnungspolizeibeamter Jörg Arnold.

3800 Verwarn- und 300 Bußgelder wurden 2014 im Bezirk verhängt. Da die neue Anlage keinen sichtbaren Blitz mehr auslöst, kommt das Knöllchen für viele Temposünder überraschend ins Haus geflattert. „Da jetzt aber immer ein Foto des Fahrers dabei ist, haben wir deutlich weniger Einsprüche“, sagt Zimmermann.

Über die Erfahrungen eines Ordnungspolizeibeamten beim Blitzen lesen Sie in unserer gedruckten Dienstagsausgabe.

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