Impfzentrum in Eschwege bleibt vorerst geschlossen

Neue Impfstofflieferung wird im Werra-Meißner-Kreis erwartet

Noch nicht in Betrieb: Im Dezember bauten Mitglider des THW im Auftrag des Werra-Meißner-Kreises das Impfzentrum in Turnhalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege auf.
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Noch nicht in Betrieb: Im Dezember bauten Mitglider des THW im Auftrag des Werra-Meißner-Kreises das Impfzentrum in Turnhalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege auf.

Vorerst ist der Corona-Impfstoff im Werra-Meißner-Kreis vergriffen. 1312 Personen in drei Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in den Kliniken in Witzenhausen, Eschwege und Hessisch-Lichtenau wurden bisher von mobilen Teams geimpft. Das teilt Kreissprecherin Silvia Weinert auf Anfrage mit.

Werra-Meißner – Im Klinikum Werra-Meißner sei die Impfbereitschaft der Mitarbeiter groß, sagt Klinikumssprecher Florian Künemund. Bisher waren zwei Impfteams im Kreis unterwegs, ab dem 18. Januar sollen es vier sein. Die Anzahl der Impfteams hänge mit der Verfügbarkeit des Impfstoffes und dem Start der zweiten Impfdurchgänge zusammen, erklärt Silvia Weinert. Neuer Impfstoff sei bereits unterwegs und sollte heute oder morgen wieder zur Verfügung stehen, sagt sie.

In einer ersten Etappe werden durch die mobilen Impfteams die Alten- und Pflegeeinrichtungen, die ambulanten Pflegedienste, Rettungsdienste und Kliniken geimpft. Wie schnell das geht, hänge von der ausreichenden Lieferung des Impfstoffes ab. Schwerpunktmäßig werden in Hessen die sechs regionalen Impfzentren beliefert, wann das lokale Impfzentrum in Eschwege in Betrieb genommen werden kann, steht noch nicht fest.

Für die impfberechtigten über 80-Jährigen aus dem Werra-Meißner-Kreis, die nicht in Seniorenheimen wohnen, bedeutet dies, dass sie zunächst nach Kassel zum Impfen fahren müssen. Die Verteilung der Impfstoffe stößt bei Landrat Stefan Reuß und dem Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann auf Unverständnis: „Die längeren Wege für Bürger aus dem ländlichen Raum werden die Bereitschaft zur Impfung nicht unbedingt fördern“, sind sich Reuß und Wallmann einig.

Dem Wunsch der Landkreise, die lokalen Impfzentren, mit sofortiger Wirkung in Betrieb zu setzen, sei nicht entsprochen worden.

„Wir haben im Auftrag des Landes mit viel Motivation und sehr schnell unser Impfzentrum im Kreis errichtet und warten auf den Einsatzbefehl“, so Reuß und Dr. Wallmann. Dass die lokalen Zentren derzeit nicht geöffnet werden sollen, halten die beiden für „kein gutes Zeichen“. Sie hätten sich gewünscht, dass trotz der geringen Impfstoffmengen eine gleichmäßige Verteilung auch auf die Landkreise erfolgt.

Von dem zum 18. Januar erwarteten Impfstoff sollen den Landkreisen 5 000 Dosen für die Impfungen in den Seniorenheimen zur Verfügung stehen, 20 000 Dosen werden an das Impfzentrum in Kassel gehen. „Diese Verteilung entspricht nicht den Bedürfnissen und den Erwartungen der Menschen“, so Reuß und Dr. Wallmann. Die sechs regionalen Impfzentren in Hessen sollen am 19. Januar ihren Betrieb aufnehmen.

Rückmeldungen der mobilen Impfteams seien bisher durchweg positiv gewesen, alle aufgesuchten Einrichtungen waren auf die Impfungen gut vorbereitet, sagt Silvia Weinert.  (hbk)

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