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Neue Inhalte für Lehrer: Integration, Digitalisierung und mehr Praxis in der Ausbildung

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Schule
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Werra-Meißner – Mehr Praxis und Reflexion sowie die Integration von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die Förderung der Bildungssprache Deutsch und Medienbildung: Das soll mit der Reformierung der Lehrkräfteausbildung in Hessen künftig Teil des Studiums, des Vorbereitungsdienstes und der Fort- und Weiterbildungen werden. Lehrer und Schüler aus dem Werra-Meißner-Kreis begrüßen die Neuerungen.

„Wir befürworten die Punkte auf jeden Fall“, sagt Kreisschulsprecher Jean-Luc Meister. Er betont auch im Namen seiner Stellvertreterinnen, dass man aus Schülersicht jedoch nicht beurteilen könne, wie sich die Inhalte zeitlich in das Studium einbauen lassen. Positiv sei es, dass gerade junge Lehrer auf die sich verändernden Anforderungen vorbereitet werden. Auch das Praxissemester könne nicht nur die Unterrichtsqualität verbessern, sondern jungen Lehrkräften Sicherheit geben.

Reflexion im Studium

„Passt der Lehrerberuf zu mir?“ Diese Frage müsse laut Dr. Frank Relke zu Beginn des Studiums gestellt werden. Als Lehrer an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf, der mehrfach Referendare in der Ausbildung begleitet hat, sieht er Reflexion im Studium und das Praxissemester positiv. Es ermögliche die längere Einbindung der Studenten, die so besser prüfen können, ob sie den Anforderungen gewachsen sind. Allerdings fehle aus Sicht des Mitglieds im Gesamtpersonalrat Schule für den Werra-Meißner-Kreis und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg für den VBE (Verband Bildung und Erziehung) eine zusätzliche Entlastung der betreuenden Lehrer. Bisher gebe es eine Mentorenstunde pro Referendar. Bei zwei Unterrichtsfächern fehle eine zweite.

Ein Problem für den Kreis sieht Anja von Specht, GEW Kreisverband Eschwege, in der geringeren Bezahlung von Grundschullehrern in Hessen. Thüringen und künftig Niedersachsen könnten für diese attraktiver werden, wenn Hessen die Besoldung nicht angleiche. Die Förderschullehrerin der Kleeblattschule Reichensachsen erklärt, dass die Neuerung für angehende Grundschullehrer bedeutet, dass neben einem Praxis- und einem Prüfungssemester nur zweieinhalb Jahre der Studienzeit blieben, was kurz sei.

Praxissemester flächendeckend eingeführt

Der Hessische Landtag hat am 11. Mai eine grundlegende Erneuerung des Hessischen Lehrkräfteausbildungsgesetzes beschlossen. In allen drei Phasen der Ausbildung sollen unter anderem die Integration von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die Förderung der Bildungssprache Deutsch und Medienbildung verankert werden. Das bereits erprobte Praxissemester soll flächendeckend eingeführt werden.

Von Eden Sophie Rimbach

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