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Neue Kita in Grebendorf: Entscheidung für Bernstal

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Von: Stefanie Salzmann

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Am Hang: Auf der Fläche oberhalb der Kita „Villa Kunterbunt“ in Grebendorf soll der neue Kindergarten für die Gemeinde Meinhard gebaut werden.
Am Hang: Auf der Fläche oberhalb der Kita „Villa Kunterbunt“ in Grebendorf soll der neue Kindergarten für die Gemeinde Meinhard gebaut werden. © Stefanie Salzmann

Mit einer knappen Mehrheit hat die Gemeindevertretung Meinhard am Donnerstagabend für das Bernstal als Standort für den geplanten Kindergartenneubau gestimmt. Für den Standort hatten die SPD und Helmut Wagner von der FDP gestimmt, dagegen waren ÜWG und CDU, Christoph Jost von der FDP hatte sich enthalten.

Grebendorf - Bürgermeister Gerhold Brill, der am Donnerstagabend auf der Sitzung eindringlich auf eine Standortentscheidung gedrängt hatte, kündigte an, dass die Verwaltung jetzt umgehend mit den konkreten Planungen für den Bau beginnen wolle. Dazu gehöre die Änderung des Flächennutzungsplanes, der Bebauungsplan, zudem solle der Kontakt mit dem Grundstückseigentümer aufgenommen werden.

Standortempfehlung kam von Planungsbüro Henke

Mit der Entscheidung für das Bernstal waren die Parlamentarier der Empfehlung des Ingenieurbüros Henke gefolgt. Das hatte die beiden möglichen Standorte am Ziegelweg und am Bernstal in Grebendorf in einer Flächenanalyse bewertet. Das Papier war dem Bauausschuss wenige Stunden vor seiner Sitzung am 8. Februar zugegangen (WR berichtete). „Objektiv ist das die besserere Entscheidung“, sagte Karl Jeanrond von der SPD zufrieden, „wenn auch zeitlich etwas kritisch.“

Keine Diskussion im Parlament vor der Entscheidung

Guido Hasecke von der CDU kritisierte, dass der Standort des Kitaneubaus vor dem Beschluss nicht ein einziges Mal in der Gemeindevertretung diskutiert worden war. Es habe lediglich eine Empfehlung der Kitakommission an den Gemeindevorstand gegeben, die sich im Übrigen wegen der Hanglage des Grundstückes am Bernstal für den Ziegelweg ausgesprochen hatte.

Zum Ende der Sitzung sagte Hasecke, er habe sich zu Beginn seiner politischen Laufbahn immer gefragt, wie eine Gemeinde solche enormen Schulden aufbauen könnte. „Heute Abend habe ich gelernt, wie das geht.“

Kosten für Baugründung nicht bekannt

Unklar sind nämlich bisher die tatsächlichen Kosten für die Baugründung. Im Bernstal muss der Hang abgetragen werden, am Ziegelweg müsste aus Gründen des Hochwasserschutzes aufgeschüttet werden.

Im Oktober vorigen Jahres hatte Brill das Ingenieurbüro mit einer Machbarkeitsstudie beider Standorte beauftragt. „Darin muss sich auch die wirtschaftliche Durchführbarkeit widerspiegeln“, sagte ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich. Genannt seien aber nur weiche Faktoren. Die vom Büro Henke vorgelegte Analyse enthält keine Zahlen. Abschließend heißt es darin lediglich: „In Betrachtung der Gesamtkosten wird ein Kostenvorteil für Bernstal gesehen. Ein nähere und detaillierte Betrachtung bleibt der tiefergehenden Planung vorbehalten.“ „Weder der Bauausschuss noch die Gemeindevertretung kennen die Kosten“, so Eyrich. Das Ergebnis habe einen „bitteren Beigeschmack“.

Bei einem Neubau am Standort Bernstal soll die gegenüberliegende Kita „Villa Kunterbunt“ bestehen bleiben. Eine nur temporär genehmigte Gruppe in Frieda sowie die Krippengruppe in Jestädt würden dann wieder aufgelöst. Die Gemeinde hält aktuell 169 Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren sowie 36 Krippenplätze vor. Zwölf Krippenplätze und 41 Regelplätze dürfen nur befristet betrieben werden. Im Durchschnitt werden jährlich in der Gemeinde Meinhard 30 Kinder geboren. (Stefanie Salzmann)

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