Bergbaugeschichte wird in Sontra immer sichtbarer

Neue Lore ziert Marktplatz von Sontra und erinnert an Bergbaugeschichte der Stadt

Freuen sich über die neue Lore auf dem Marktplatz in Sontra: Hans-Werner Wegehenkel vom Knappenverein Kupferschiefer-Bergbau (links) und Bürgermeister Thomas Eckhardt.
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Freuen sich über die neue Lore auf dem Marktplatz in Sontra: Hans-Werner Wegehenkel vom Knappenverein Kupferschiefer-Bergbau (links) und Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Eine Lore auf dem Marktplatz von Sontra soll die an die Geschichte der ehemaligen Bergbaustadt erinnern. Der Knappenverein Kupferschiefer-Bergbau hat das Gefährt jetzt aufgestellt.

Sontra – Lore, Schwibbogen und Gottesdienst. Beim Knappenverein Kupferschiefer-Bergbau Sontra ist viel los. Und der Vorsitzende Hans-Werner Wegehenkel ist nicht ohne Grund mächtig stolz, wenn er in diesen Tagen den Sontraer Marktplatz hinauf in Richtung Rathaus und Bergbaumuseum läuft. Der 62-jährige blickt dabei auf eine gerade fertiggestellte Lore, die einmal mehr die Geschichte des Bergbaus in der Berg- und Hänselstadt deutlich macht.

„Leider kennen viele jungen Menschen die Lore nicht mehr. Es ist ein gleisgebundenes Fördermittel, das im Bergbau Untertage zur Förderung von Schlacke eingesetzt wurde und eng mit der Geschichte von Sontra verbunden ist“, erläutert Wegehenkel, der erwähnt, dass die Lore in der gesamten Region des Richelsdorfer Gebirges zur gleisgebundenen Pendelförderung eingesetzt wurde.

Die Lore wurde von Bergleuten von den Abbaubetriebspunkten bis in die Hauptstrecken geschoben und von dort von Grubenpferden oder mittels Seilförderung zum Füllort gefördert.

Ohne Loren war Arbeit im Bergbau nicht zu bewältigen

Ohne die aus Stahlblech bestehenden Waggons sei die Arbeit im Bergbau kaum zu bewerkstelligen gewesen, sagt Wegehenkel, der erklärt, dass der Boden der Lore mit Weiden- oder Eichenbohlen mit einer Stärke von mindestens 40 Millimetern gefertigt wurde. „Das war auch notwendig. Durch die heißen Erze wurde der Boden der Lore, die in aller Regel ein Fassungsvermögen von 1000 Liter hatte, besonders stark beansprucht.“

Wegehenkel gibt sich insgesamt zufrieden mit der Entwicklung seines Vereins, der nun 43 Mitglieder zählt. Die Bergbaugeschichte soll durch viele Aktionen und Projekte in Zusammenarbeit der Stadt und den lokalen Vereinen stetig ins Gedächtnis gerufen werden. Die Umgestaltung des Bergbaumuseums und des Bürgerhauses, der Eiserne Kumpel auf dem Marktplatz, das Graffiti in der Bahnhofsstraße sowie der Glück-Auf-Radweg haben laut Wegehenkel in den vergangenen Jahren schon den Fokus eindrucksvoll auf die Bergbaugeschichte gelenkt. Auch ein großer Schwibbogen, der zur Weihnachtszeit erleuchten soll, wird im Laufe des Jahres in der Innenstadt Sontras seinen Platz finden: „Das ist eine Herzensangelegenheit von uns allen.“

Gottesdienst im Zeichen des Bergbaus am 4. Juli

Am Sonntag, den 4. Juli, veranstaltet der Verein in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Pfarrer Axel Aschenbrenner ab 9.30 Uhr auf dem Sontraer Marktplatz einen Gottesdienst, der ganz im Zeichen des Bergbaus stehen soll: Knappen aus Großalmerode, Borken, Heringen und Sangerhausen werden den Weg nach Sontra finden. Ein anderes Vorhaben muss Wegehenkel noch nach hinten stellen: Der deutsche Bergmannstag wird erst 2023 oder 2024 stattfinden können: „Hier hat auch uns die Coronapandemie ausgebremst.“ (Marvin Heinz)

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