Stadtverordnete beschließen vorbehaltlich Verkauf städtischer Flächen

Neuer Lidl-Markt könnte entstehen

Ein Lidl-Markt steht in der Ferne hinter einem Schild.
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Um diese Flächen hinter und neben dem Lidl-Markt in Sontras Kernstadt geht es: Der Investor möchte den Markt in Richtung Breitwiese vergrößern und neu bauen. Das Stadtparlament hat am Dienstagabend einem möglichen Verkauf von Teilflächen zugestimmt.

Einstimmig haben die Stadtverordneten Sontras am Dienstagabend einem möglichen Verkauf städtischer Flächen an der Breitweise in der Kernstadt an einen Investor zugestimmt.

Sontra – Hintergrund: Der Eigentümer des Areals des Lidl-Marktes, der bislang an der Straße „Am Niedertor“ beheimatet ist, ist an die Stadt herangetreten und hat mitgeteilt, dass das Einkaufszentrum nicht mehr dem aktuellen Layout des Unternehmens entspreche.

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Eigentümer um die VR-Bank Hersfeld-Rotenburg.

Man sei bemüht, Lösungen zu finden, um die Handelsfläche neu zu ordnen und zu gestalten. Daher solle neben dem Zentrum ein komplett neuer Lidl-Markt entstehen. Dazu ist allerdings der Erwerb einiger städtischer Flächen notwendig. Bis der Investor mit dem Neubau beginnen könnte, sind aber noch einige Schritte zu gehen, da es sich bei der Breitweise um ein in den Bebauungsplänen ausgewiesenes Freizeitareal und beim Niedertor um ein Sondergebiet Einkauf handelt.

Im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau hatte Sontra das Freizeitareal Breitwiese entwickelt. Ein Verkauf hätte erhebliche Auswirkungen auf die bereits abgeschlossenen Projekte im Bereich hinter dem aktuellen Standort des Lidl-Marktes: Der Wohnmobilstellplatz und eine Randfläche des Parkplatzes müssten zurückgebaut werden, Aufenthaltsflächen wie der Grillplatz und die generationenübergreifenden Spielflächen, der Kleinkinderspielbereich und die Tischtennisanlagen müssten ebenfalls abgebaut werden. Von einem Rückbau betroffen wären auch Teile der Wegeverbindung sowie Einfassungen von Sträuchern Bäumen und Beleuchtungsanlagen.

Die in den Stadtumbau geflossenen Mittel müssten aufgrund der Zweckbindung an das Wirtschaftsministerium zurückgezahlt werden, die genaue Höhe steht noch nicht fest. Allein für den Wohnmobilstellplatz wären das laut der Beschlussvorlage 65 000 Euro. Eine Verlegung der Anlagen auf die gegenüberliegende Seite der Vimoutiersstraße ist nicht möglich, da es sich bei dem Bereich an der Sontra um ein Hochwasserabflussgebiet handelt, welches von Bebauung freizuhalten ist. Geklärt werden muss nun, wo ein neuer Wohnmobilstellplatz geschaffen und die Spiel- und Freizeitanlagen errichtet werden können. Die Flächen, deren Kauf der Investor in Erwägung zieht, liegen im Hochwassergebiet der Sontra. Durch einen Erörterungstermin mit der Oberen und der Unteren Wasserbehörde sei deutlich geworden, dass ein erheblicher Ausgleich für die Flächen zu leisten ist – wobei noch unklar ist, wo diese liegen könnten. Ob überhaupt eine Genehmigung für den Bau erteilt werden kann, müssten umfangreiche Planungen zeigen, gegebenenfalls komme sogar ein erhöhter Neubau infrage.

Letztlich wurde der Veräußerung der städtischen Flächen grundsätzlich zugestimmt, Voraussetzung ist allerdings eine vollumfängliche Kostenübernahme durch den Investor. Das umfasst die Rückzahlung von Fördermitteln, die Errichtung eines neuen Wohnmobilstellplatzes an geeigneter Stelle, die Umsetzung der Freizeitanlagen, die Herstellung des wasserrechtlichen Ausgleiches und die Übernahme der Kosten für die Änderung der Bebauungspläne. Eine weitere Bedingung ist ein akzeptabeles Preisangebot für die benötigten Grundstücksflächen.

Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD) befürwortete den Verkauf, um weiter ein breites Angebot für die Sontraer Bevölkerung bieten zu können. Beate Bach, die Vorsitzende der Fraktion Bürger für Sontra, richtete in der Parlamentssitzung die Frage an den Bürgermeister, ob man dem Investor mit so vielen Forderungen nicht die „Pistole auf die Brust“ setzen würde, was letztlich dazu führen könne, dass der lieber eine Stadt weiter ziehe.

„Wir wollen mit dem Beschluss deutlich machen, dass auf die Stadt keine Kosten zukommen“, so Eckhardt. Die Bereitschaft für einen solchen Weg habe der Investor signalisiert. Bürgermeister Eckhardt betonte aber auch, dass es sich bei der Möglichkeit des Baus eines neuen Lidl-Marktes um einen Prozess handele, der noch im Anfangsstadium sei.

Von Maurice Morth

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