Neuseesenerin spendet Erlös von Tunnel-Buch an Jugendliche

Spende für Burgenhof: Mit dem Geld, das bei der Versteigerung ihres Tunnel-Büchleins erzielt wurde, unterstützt Annemarie Rheinländer (Mitte) das Kinderheim. Die Jugendlichen (von links) Annalena Bögge, Cindy Ilchmann, Mareike Klier und Janaina Soares do Nascimento freuen sich. Fotos: Winter/nh

Neuseesen. Mit einem Kuchen und einem Gedicht fing an, was in einer tollen Spende für das Kinder- und Jugendheim in Werleshausen endete. Wie das kam?

Ausgangspunkt war die Sanierung des alten Bebenroth-Tunnels bei Neuseesen, die 26 Monate dauerte. Annemarie Rheinländer erlebte alles hautnah mit und die Tunnel-Arbeiter wurden quasi zu ihren Jungs. Immer wieder backte sie Kuchen für die Arbeiter der Deutschen Bahn. „Es sollte erst nur einer werden, aber am Ende waren es viele“, so Annemarie Rheinländer.

Doch nicht nur mit Selbstgebackenem versüßte die Neuseesenerin den Männern an der Bahnstrecke Göttingen-Bebra die Zeit. „Zu jedem Kuchen habe ich auch ein Gedicht oder eine Geschichte geschrieben. Zu allem, was mir gerade in den Sinn kam“, erzählt sie. Was Annemarie Rheinländer nicht wusste: Bauleiter Martin Fischer hob jede geschriebene Zeile auf, pinnte sie am Wohncontainer an die Wand. Die Idee zu einem kleinen Tunnelbüchlein war geboren. In dem sind Bilder und Verse festgehalten - eine schöne Erinnerung für die Bahnarbeiter an ihre Zeit in Neuseesen.

Dass Annemarie Rheinländer mit ihren guten Taten aber auch noch den Burgenhof Werleshausen der Werraland Werkstätten und die dort lebenden Jugendlichen unterstützen konnte, war für die Frau mit dem großen Herz das i-Tüpfelchen. "Die Arbeiter machten mit meinem Tunnel-Büchlein eine amerikanische Versteigerung. Dabei handelt es sich um eine Sonderform von Auktionen. Während normalerweise der Höchstbietende den Zuschlag bekommt, zahlt hier jeder Bieter den Differenzbetrag zum vorherigen Gebot. „Am Ende waren 250 Euro im Pott“, sagt die 77-Jährige.

Wem sie das Geld spenden wollte, darüber brauchte sie keine Sekunde nachdenken: „Natürlich dem Kinderhaus in Werleshausen - dort leben tolle Jugendliche, die sich mit dem Geld etwas Schönes kaufen sollen“, sagt sie.

Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Zuhause der insgesamt sieben Jugendlichen erzählte Annemarie Rheinländer nochmals ihre rührige Geschichte und übergab den Geldbetrag. „Wir würden gerne neue Gartenmöbel und einen Sitzsack anschaffen“, sagt Mareike Klier, die sich stellvertretend für alle Bewohner herzlichst bei Annemarie Rheinländer bedankte.

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